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Wissen & Umwelt

Letztes Space-Shuttle Atlantis sicher gelandet

Das Ende der Space-Shuttle-Ära ist besiegelt: Die "Atlantis" hat den letzten Flug gemeistert. 30 Jahre lang sind die US-Raumfähren ins All geflogen. Die NASA sucht nun nach neuen Aufgaben und setzt sich große Ziele.

Landeanflug des Space shuttles Atlantis (Foto: dapd)

Zu früher Stunde in den USA landete die Atlantis

Es war alles genau berechnet und vorhergesagt: um 11:57 Uhr (MESZ) landete die "Atlantis" am Donnerstag (21.07.2011) auf dem Weltraumbahnhof in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. 13 Tage dauerte die Mission - es war die letzte eines Space Shuttles, deren Karriere bereits vor 30 Jahren startete. Damals hob die "Columbia" am 12. April 1981 in den Weltraum ab. Insgesamt gab es seither 135 Space-Shuttle-Missionen.

Fotografen und Journalisten in der Nähe der Landebahn des Space Shuttles Atlantis in Cape Canaveral (Foto: dpa/ picture-alliance)

Ein letztes Mal im Rampenlicht

Bereits am Vorabend der Landung gaben die vier Astronauten an Bord letzte Interviews. Für den Kommandanten Christopher Ferguson sei dies ein "sehr emotionaler Moment" gewesen. "Aber wir versuchen, optimistisch zu bleiben", sagte Ferguson. "Und es zu einer Feierstunde für die hervorragenden Errungenschaften der vergangenen 30 Jahre zu machen."

"Es ist ein Einschnitt"

Das Ende der Space-Shuttle-Ära sei ein sehr großer Einschnitt, sagt auch Gerd Gruppe, Vorstandsmitglied des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Das Shuttle sei immer ein Zeichen für die technologische und konzeptionelle Überlegenheit der US-Amerikaner gewesen. Der frühere NASA-Chef Daniel S. Goldin habe einmal gesagt: "Was die Amerikaner stark macht, sind Visionen und Helden." "Und ich glaube, in diesem Punkt sind sie den Europäern auch tatsächlich überlegen", meint Gruppe.

Der deutsche Astronaut Hans Schlegel, der bereits selbst mit den Shuttles Columbia und Atlantis geflogen ist, sieht das Ende der Space-Shuttle-Ära auch als Chance für die Europäische Raumfahrt an. Die US-Amerikaner mit der NASA würden schon längst unter Einbindung und mit Hilfe europäischer Staaten ins All fliegen. "Wir sind mittlerweile in diesem ehrgeizigen Projekt so zusammengewachsen, dass ich immer behaupte, wir sind ein Rollenmodell, wie wir ehrgeizige Projekte weltweit angehen und weltweit umsetzen."

Internationale Raumstation ISS (Foto: NASA/dapd)

Die Versorgung der ISS ist auch weiterhin gesichert

Die NASA habe derzeit ein ganzes Spektrum von möglichen Zielen, sagt der ehemalige deutsche Astronaut Thomas Reiter, der nun Direktor für bemannte Raumfahrt bei der ESA ist. Die NASA denkt in größeren Dimensionen von 20 bis 25 Jahren, wenn sich Menschen im All wieder in größeren Entfernungen bewegen würden. Es liege in der Natur des Menschen, zu neuen Horizonten aufzubrechen. "Ob ich das noch mal erleben darf, weiß ich nicht", sagt Reiter. Aber es werde passieren.

US-Astronauten weiterhin im All

Mit der Landung der "Atlantis" endet die bemannte Raumfahrt für die USA. Das Land hat keine neuen Fluggeräte, um seine Astronauten ins All zu bringen.

Trotzdem werden auch nach dem Ende des US-Space-Shuttle-Programms US-Astronauten ins Weltall fliegen können - mit Hilfe der Russen. Die Sojus-Kapseln werden weiterhin die Internationale Raumstation ISS versorgen. Immer stärker sollen kommerzielle Anbieter einfachere Routineflüge in den unteren Erdorbit übernehmen.

Autor: Nicole Scherschun ( dpa, afp, dapd)
Redaktion: Marion Linnenbrink

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