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Aktuell Welt

Letzter Zapfenstreich am Hindukusch

Mit einer militärischen Zeremonie hat die NATO an diesem Sonntag das Ende ihres 13-jährigen Kampfeinsatzes in Afghanistan eingeläutet. In Kabul wurde die Flagge der internationalen Truppe ISAF eingeholt.

Gleichzeitig wurde die Flagge für den Nachfolgeinsatz, die Ausbildungsmission "Resolute Support" (Entschlossene Unterstützung) gehisst. Offiziell erfolgt der Übergang allerdings erst zum Jahreswechsel. Bei einer Rede vor Soldaten lobte Isaf-Kommandeur John Campbell die Fortschritte, die dank des Einsatzes der internationalen Truppen in dem Land erreicht worden seien. "Gemeinsam haben wir das afghanische Volk aus der Finsternis der Verzweiflung gehoben und ihm Hoffnung für die Zukunft gegeben." Der Einsatz habe "Afghanistan stärker und unsere Länder sicherer" gemacht.

An dem NATO-Kampfeinsatz nahmen seit 2001 rund 135.000 Bundeswehrsoldaten teil, 55 verloren in Afghanistan ihr Leben. Insgesamt wurden rund 3500 ISAF-Soldaten in den Kämpfen mit den radikalislamischen Taliban und bei Anschlägen getötet.

Bundeskanzlerin Merkel 2012 in der Gedenkstätte für die getöteten Bundeswehrsoldaten in Afghanistan (Foto: dpa)

Bundeskanzlerin Merkel 2012 in der Gedenkstätte für die getöteten Bundeswehrsoldaten in Afghanistan

12.000 Soldaten bleiben

Für die neue Ausbildungsmission sollen 12.000 ausländische Soldaten am Hindukusch bleiben, unter ihnen 850 Deutsche. Der Einsatz ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. Geplant ist, afghanische Soldaten und Polizisten auszubilden und zu beraten.

Trotz der anhaltenden Gewalt in Afghanistan hat die Internationale Schutztruppe ISAF ihre Ziele nach Einschätzung ihres Vizekommandeurs erreicht. "Was der ISAF ins Auftragsbuch geschrieben war, ist erfüllt", sagte Bundeswehr-Generalleutnant Carsten Jacobson der Deutschen Presse-Agentur in Kabul. ISAF-Ziel sei gewesen, die Bildung einer afghanischen Regierung zu ermöglichen, einheimische Sicherheitskräfte aufzubauen und die Verantwortung an diese zu übergeben, sagte Jacobson. "Dieser Auftrag der ISAF ist zu 100 Prozent erfüllt."

Lob für afghanische Armee

Jacobson äußerte sich anerkennend über die afghanischen Sicherheitskräfte. "Sie haben uns in den Jahren 2013 und 2014 bewiesen, dass sie taktisch führen, taktisch operieren und gewinnen können", sagte der Bundeswehr-General. Problematisch seien die hohen Verluste.

Die Bürger in Deutschland betrachten die Afghanistan-Mission bis zum Schluss skeptisch: In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur vertreten sechs von zehn Befragten die Auffassung, der Kampfeinsatz habe sich nicht gelohnt.

wl/det (dpa)