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Theater

Letzter Vorhang für Claus Peymann

Ein gutes Ende zu finden, fällt oft nicht leicht. Im Leben nicht, im Theater nicht. Manche gehen gerne in den Ruhestand, andere können auch mit 80 schlecht loslassen. Für Claus Peymann hieß es nun in Berlin: "Abschied."

"Das 'Berliner Ensemble' wird ausgelöscht", sagte Claus Peymann, als seine Ablösung klar war und auch klar wurde, dass der Nachfolger ganz andere Pläne hat. Doch selbst für einen der größten Theatermacher, der in Deutschland gewirkt hat, muss mal Schluss sein. Und so erlebte Peymann an diesem Sonntag seine letzte Vorstellung in dem Theater, das 1949 von Bertolt Brecht und Helene Weigel gegründet worden war.

Ein Best of ...

Peymann, inzwischen 80 Jahre alt, wurde mit einer fünfstündigen Best-of-Show als Direktor des "Berliner Ensemble" (BE) verabschiedet. Nach 18 Jahren gaben der Theatermacher und seine Truppe die letzte Vorstellung. Der widerwillig scheidende Peymann wird zur neuen Spielzeit von Oliver Reese (53) abgelöst, der vom Schauspiel Frankfurt kommt. Ein Generationswechsel, mindestens.

Peymann hatte als letzte Aufführung einen Abend mit dem schlichten Titel "Der Abschied" auf den Spielplan gesetzt. Dazu versammelte der Theatermacher noch einmal alle seine Künstler und viele prominente Gäste um sich.

Berlin Abschiedsabend am Berliner Ensemble - Nina Hagen (picture-alliance/dpa/J. Kalaene)

Nina Hagen zum Abschied

Schauspieler wie Cornelia Froboess und Angela Winkler traten auf. Auch die Sänger Herbert Grönemeyer und Nina Hagen waren dabei.

Die Hose in Berlin

Oliver Reese (picture-alliance/dpa/W. Kumm)

Der neue Mann: Oliver Reese

In Wien, wo Peymann einst das Burgtheater führte, sorgte das von ihm beim Dramatiker Thomas Bernhard in Auftrag gegebene Stück "Heldenplatz" 1988 noch für einen veritablen Skandal. Bernhard hat der Theatermacher auch seinen Platz in der zeitgenössischen deutschsprachigen Literatur zu verdanken: "Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen", heißt das kurze Stück, das Bernhard seinem Hausregisseur gewidmet hat. Ob Peymann die Hose mit nach Berlin mitgebracht hatte, ist nicht bekannt. Das Bernhardsche Dramolett hingegen war definitiv auf der Bühne des BE zu sehen.

ml/stu (dpa, suhrkamp, BE)