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Aktuell Kultur

Letzter Saramago-Roman erscheint im Herbst

Der letzte Roman des 2010 verstorbenen portugiesischen Literaturnobelpreisträgers José Saramago wird im Oktober als Fragment veröffentlicht. Der Schriftsteller hatte das Werk vor seinem Tod nicht mehr vollendet.

Die Witwe des Autors, Pilar del Río, teilte in der Online-Zeitschrift "Blimunda" der Saramago-Stiftung mit, dass ihr Mann zwar nur ein paar Kapitel des Romans verfasst habe, Handlung und Struktur aber seine Handschrift trügen. Das Fragment soll gleichzeitig in Europa und Lateinamerika auf Portugiesisch, Italienisch, Spanisch und Katalanisch veröffentlicht werden. Die schon fertiggestellten Abschnitte werden mit Notizen des Autors ergänzt.

Der unvollendete Roman trägt den Titel "Alabardas, alabardas, spingardas, spingardas" – "Hellebarden, Hellebarden, Gewehre, Gewehre" und stammt aus einem Vers des portugiesischen Schriftstellers Gil Vicente. José Saramago rechnet in seinem Roman mit Krieg und Gewalt ab und thematisiert die Gewissenskonflikte einer Waffenfabrik-Angestellten.

Düsteres Weltbild

Zeit seines Lebens prangerte der Schriftsteller in seinen Werken immer wieder die Missstände in der Gesellschaft an. Als man ihn einmal nach dem Grund für sein düsteres Weltbild fragte, antwortete er: "Ich bin kein Pessimist, sondern bloß ein gut informierter Optimist. Millionen Menschen werden geboren, um zu leiden. Kümmern tut dies kaum jemanden."

Zu seinen berühmtesten Büchern zählt der 1995 veröffentlichte Roman "Die Stadt der Blinden". Er beschreibt darin in Parabelform eine Gesellschaft, die durch eine rätselhafte und plötzliche Erblindungsepidemie aus den Fugen gerät. 1998 erhielt Saramago als erster Portugiese und als erster portugiesischsprachiger Autor überhaupt den Nobelpreis für Literatur. Er starb 2010 nach langer Krankheit 87-jährig in seinem Haus auf der Kanareninsel Lanzarote.

suc/re/mm (dpa, spiegel)