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Wirtschaft

Letzte Frist für Tengelmann

Eine Zerschlagung der deutschen Supermarktkette Kaiser's Tengelmann ist vorerst vom Tisch. Darauf lassen Äußerungen von Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub hoffen – innnerhalb von zwei Wochen soll eine Lösung her.

Nach einem nächtlichen Krisentreffen tagte am Freitag der Aufsichtsrat von Tengelmann. Danach sagte der Eigentümer, die Pläne zur Zerschlagung des Unternehmens seien zunächst gestoppt worden. Haub will die Lebensmittelkette seit längerem verkaufen. Kaiser's Tengelmann macht Medienberichten zufolge derzeit im Monat eine Million Euro Verlust.

Ein Verkauf der anfangs rund 450 Supermärkte an den Konkurrenten Edeka war zunächst an einem Einspruch der Kartellbehörden gescheitert. Das Verkaufsverbot war aber von Bundeswirtschaftsminister Gabriel durch eine so genannte Ministererlaubnis ausgehebelt worden. Dagegen allerdings hatten andere Konkurrenten wie der Lebensmittelkonzern Rewe geklagt. Seither stocken die Bemühungen um eine Rettung der Supermarktkette.

Karl-Erivan Haub, Vorstandsvorsitzender der Tengelmann-Gruppe

Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub

"Runder Tisch"

Bei dem seit Jahren defizitären Unternehmen Kaiser's Tengelmann sind mehr als 15.000 Menschen beschäftigt. Eigentümer Karl-Erivan Haub kündigte nun an, er wolle einem "Runden Tisch" mit Konkurrenten und Gewerkschaft zwei Wochen Zeit geben, eine Lösung zu finden. Scheitern die Verhandlungen, soll jedoch nach Ablauf der Frist sofort mit dem Einzelverkauf der Filialen begonnen werden.

Bei dem abendlichen Krisentreffen am Donnerstag hatten sich die beteiligten Handelskonzerne unter Vermittlung der Gewerkschaft darauf verständigt, die Bemühungen um "eine für alle Beteiligten und die Beschäftigten von Kaiser's Tengelmann tragfähige, gemeinsame Lösung" wie es hieß "zeitnah" fortzusetzen. Bei den Beschäftigten weckte das Hoffnung auf eine Rettung von Kaiser's Tengelmann in letzter Minute. Der Berliner Betriebsratsvorsitzende Volker Bohne sagte, er setze nach wie vor eine Komplettübernahme des Konzerns durch Edeka, "weil es die einzige Möglichkeit ist, alle Arbeitsplätze zu erhalten".

ar/wen (dpa, rtr)

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