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Aktuell Europa

Letzte Chance für Zypern

Die Finanzminister der Euro-Zone haben mit vier Stunden Verspätung ihre Beratungen über ein Rettungspaket für Zypern begonnen. Sie gelten als letzte Gelegenheit, das Land vor dem Staatsbankrott zu retten.

Zum Auftakt der Sitzung unterrichtete Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem die Minister über den aktuellen Stand der Verhandlungen. Die Spitzengespräche zwischen Zyperns Präsidenten Nikos Anastasiades und den Spitzen der Europäischen Union, der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) liefen untersessen weiter. Ein Diplomat berichtete, es gebe zwar Bewegung, aber bislang keine Einigung. Es seien sehr harte Verhandlungen.

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Vor der Staatspleite: Zypern ringt um Hilfe

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble rief Zypern zu Zugeständnissen auf. Die Entscheidung über das Rettungspaket liege in Zypern, sagte Schäuble: "Ich hoffe, dass wir heute zu einem Ergebnis kommen, aber das setzt natürlich voraus, dass man in Zypern die Lage einigermaßen realistisch sieht."

Knüppelharte Verhandlungen

Bei den Beratungen in Brüssel geht es um die Frage, wie Zypern seine Eigenbeteiligung zu dem Rettungsprogramm aufbringen kann. Die internationalen Geldgeber wollen zehn Milliarden Euro Unterstützung für Zypern nur freigeben, wenn das Land aus eigener Kraft insgesamt sieben Milliarden Euro aufbringt. Als noch ausstehende Eigenleistung wird inzwischen meist der Betrag von 5,8 Milliarden Euro genannt, weil der Inselstaat davon ausgeht, 1,2 Milliarden Euro über Privatisierungen und eine Erhöhung der Unternehmenssteuer einnehmen zu können.

Die Verhandlungen wurden offenbar hart geführt: Ein zyprischer Regierungsvertreter warf dem IWF nach Angaben der zyprischen Nachrichtenagentur CNA vor, "alle halbe Stunde eine neue Forderung" zu stellen. Anastasiades soll Medienberichten zufolge sogar mit seinem Rücktritt gedroht haben.

Die Gespräche stehen unter einem hohen Zeitdruck. Die EZB will die zyprischen Banken nur noch bis Montag mit Notkrediten versorgen, wenn kein Rettungspaket zustande kommt. Zahlt die EZB nicht mehr, stünden die Banken und damit der Staat vor der Pleite.

gmf/GD (afp, dpa, rtr)

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