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Aktuell Europa

Letten wollen nicht Russisch sprechen

Die Letten haben sich in einem umstritten Volksentscheid dagegen ausgesprochen, Russisch als zweite Amtssprache in der Balten-Republik einzuführen. Ein Drittel der 2,3 Millionen Einwohner ist russischer Herkunft.

Eine alte Dame gibt ihre Stimme ab (Foto: dapd)

Volksabstimmung in Lettland

Das Ergebnis ist eindeutig: Knapp 75 Prozent der Wähler stimmten gegen Russisch als zweite Amtssprache, rund 25 Prozent dafür. Für eine entsprechende Änderung der Verfassung wäre die Zustimmung von mindestens der Hälfte der 1,5 Millionen Wahlberechtigten erforderlich gewesen. Die Beteiligung an dem Referendum lag nach Angaben der Wahlkommission in Riga bei 69 Prozent.

Referendum bewegt die Gemüter

Die frühere Sowjetrepublik war angesichts ihrer Geschichte in der Frage, die in der Volksabstimmung gestellt wurde, tief gespalten. Unter sowjetischer Herrschaft, die 1991 endete, war den Letten die russische Sprache aufgezwungen worden. 1949 waren zehntausende Letten nach Zentralasien deportiert worden.

Daran erinnerten jetzt die Gegner des Referendums. Sie sehen in der lettischen Sprache ein Symbol ihrer Unabhängigkeit und Freiheit. Viele Letten befürchten auch, dass die politische Führung in Moskau über die russische Minderheit mehr Einfluss auf den baltischen Staat ausüben will.

Die Initiatoren der Abstimmung argumentierten, sie erhofften sich durch eine Aufwertung des Russischen ein Ende der Diskriminierung russischsprachiger Bewohner des Landes, das seit 2004 Mitglied der Europäischen Union ist. Organisator Wladimir Linderman zeigte sich mit der Wahlbeteiligung zufrieden und ergänzte, Ziel sei es gewesen, einen Dialog zu starten, und dies sei gelungen. Die russische Minderheit werde ihren Kampf für gleiche Rechte fortsetzen.

se/wl (dpa, dapd, afp, rtr)