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Deutschlehrer-Info

Lernen 2.0 – Chancen und Grenzen digitaler Medien

Studieren im Chatroom oder Seminare in Second Life: Die Welt des digitalen Lernens scheint ebenso grenzenlos wie unterhaltsam. Doch gute Konzepte sind noch Mangelware und auch das E-Learning kennt ein paar Fallstricke.

Virtuelle Studenten und ein Dozent vor einer Leinwand

Physik-Vorlesung in Second Life – ganz wie in der Uni

Vokabeltrainer auf dem Handy, Internet-Lernplattformen für Schüler und Prüfungen per Videokonferenz sind nur einige von zahlreichen Angeboten in der digitalen Bildungslandschaft. Viele Schulen und Hochschulen experimentieren inzwischen mit den unterschiedlichsten virtuellen Lernformen. Schüler treffen sich zum Beispiel mit ihren Lehrern nicht mehr im Klassenraum, sondern im Chatroom und diskutieren dort Unterrichtsthemen. Und Archäologiestudenten der britischen Universität Leicester rekonstruieren auf Second Life gemeinsam antike Gesellschaften.

Gerade an Universitäten kommen diese Angebote jenen gelegen, die nicht selbst in die Vorlesung kommen können. Und die Hochschule kann so eine Klientel erreichen, die sonst für sie wegfällt, zum Beispiel Berufstätige mit straffem Zeitplan. Doch bei weitem nicht alle Angebote sind so kreativ. Häufig wird einfach eine Vorlesung aufgezeichnet und ins Netz gestellt.

Leerplattformen statt Lehrplattformen

Soll digitales Lernen aber erfolgreich sein, braucht es viel mehr, meint Ulrike Tippe, Professorin für Wirtschaftsinformatik an der Technischen Hochschule Wildau bei Berlin. Viel zu lange, habe man sich nur auf die technische Entwicklung konzentriert. Viele Lehrplattformen entpuppten sich eher Leerplattformen, auf denen sich niemand bewege.

Gründe dafür gibt es mehrere: Eine Lehrveranstaltung im Internet fordert vom Lerner zum Beispiel genauso viel Disziplin wie eine Vorlesung im Hörsaal. Zudem haben die E-Learning-Angebote einen entscheidenden Nachteil: Soziale Kompetenzen wie Kommunikations- und Präsentationstechniken kann man in der virtuellen Welt nicht lernen. Der Trend bei den Weiterentwicklungen des digitalen Lernens geht entsprechend hin zum Austausch mit anderen – ganz nach dem Prinzip der Communitys im Web 2.0.

Zauberformel Blended Learning

Dem digitalen Lernen gehört die Zukunft – da sind sich die Experten einig. Allerdings eher als Ergänzung nicht als Ersatz für das Lernen im Klassen- oder Seminarraum. Blended learning heißt das Zauberwort schon seit Jahren: Virtuelle Einheiten und Präsenzveranstaltungen werden kombiniert. Und auch dann noch gilt es, die Grenzen und Eigenheiten der Medien genau zu betrachten.

Schüler verbinden zum Beispiel mit dem Mobiltelefon Unterhaltung und Freizeitspaß. Vokabeln lernen per Handy gehört eindeutig nicht dazu. Und ein langweiliger Lehrer oder ein schlechter Dozent wird nicht dadurch besser, dass man seine Vorträge ins Netz stellt. Manchmal sind nach Ansicht von Ulrike Tippe die Vermittler in Sachen neue Medien auch weniger kompetent als ihre Schüler oder Studenten. Dozenten schreckten immer noch vor dem technischen Aufwand, der mit neuen Medien verbunden ist, zurück.

Wenn es um reine Wissensvermittlung geht – zum Beispiel im Bereich Betriebswirtschafts-lehre und Technik – dann ist E-Learning eine Erfolg versprechende Methode. Und Firmen können beispielsweise bei Fortbildungen im Internet teure Fahrt- und Hotelkosten sparen. Kosten, so die Professorin aus Berlin, werden aber entstehen, um funktionierende und effiziente Konzepte für das E-Learning weiterzuentwickeln. Doch die würden sich dann in Zukunft auszahlen.

Autorin: Andrea Lueg

Redaktion: Beatrice Warken/Raphaela Häuser

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