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Musik

Leonard Bernstein Award 2016 geht an Felix Klieser

Der deutsche Hornist begeistert Musikfans weltweit mit seinem Spiel - ohne Arme. In diesem Jahr wird er mit dem wichtigen Musikpreis für Nachwuchsmusiker ausgezeichnet.

Der mit 10.000 Euro dotierte Leonard Bernstein Award wird jährlich im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals verliehen. Festivalintendant Christian Kuhnt sagte anlässlich der Bekanntgabe der Preisverleihung am Mittwoch (03.02.2016) über Klieser : "Seine herausragende Technik und die Fähigkeit, sein Instrument zum Singen zu bringen, sind überwältigend".

Der 1991 in Göttingen ohne Arme geborene Hornist spielt ein handelsübliches Instrument. Beim Spielen ruhen das Instrument und seine Fersen auf einem speziell für ihn angefertigten Ständer. Klieser bedient die Ventile des Horns mit den Zehen seines linken Fußes.

In der Weltspitze

Inzwischen gilt Felix Klieser als einer der besten Hornisten weltweit. Bereits mit vier Jahren äußerte er seinen Wunsch, dieses Instrument spielen zu wollen. Im Alter von 17 Jahren wurde er an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover aufgenommen und gehörte von 2008 bis 2011 dem Bundesjugendorchester an. Klieser, auch Bundessieger des Wettbewerbs "Jugend musiziert", gewann 2014 den "Echo Klassik" als Nachwuchskünstler des Jahres. Er trat bereits unter anderen mit Sir Simon Rattle in der Berliner Philharmonie auf und mit dem britischen Popsänger Sting.

Felix Klieser Hornist. Foto: picture-alliance/dpa/C. Niehaus

Eine eigens entwickelte Technik

2013 erschien sein Debut-Album "Reveries". Kritiker lobten die differenziertesten Klangfarben, die Klieser darauf hervorbrachte. Während die meisten Hornisten Klangfarben mit der Hand im Schaltrichter beeinflussen, fand Felix Klieser andere Wege dazu. In seinem 2014 erschienenen Buch "Fußnoten - Ein Hornist ohne Arme erobert die Welt" erklärte er: "Das kann man mit Luft machen, mit dem Mundraum und den Lippen."

Eiserne Disziplin

Eine große deutsche Tageszeitung bezeichnete Felix Klieser als "absolutes Ausnahmetalent". Er selbst spielt jedoch den Talentfaktor herunter. "Talent wird überschätzt!", sagte er einmal. Er führe seinen Erfolg auf Fleiß und Willensstärke zurück: "Ich bin leider nicht der Typ, der etwas von Natur aus kann". Er müsse sich alles von Grund auf erarbeiten, deshalb übe er täglich acht Stunden. "Vielleicht habe ich mir das Horn deshalb ausgesucht, weil ich dachte: Wenn ich's damit schaffe, schaff ich's mit allem".

CD Cover Reveries Felix Klieser

Der CD 'Reveries', die er mit dem Pianisten Christof Keymer aufnahm, wurde von der Kritik gelobt.

Verleihung im Sommer

Der Leonard Bernstein Award wird vom Sparkassen-und Giroverbandes für Schleswig-Holstein gestiftet und im Verlauf des Schleswig-Holstein Musikfestivals, das im Juli und August stattfindet, verliehen. Dessen Präsident Reinhard Boll erklärte: "Wir sind stolz, auch in diesem Jahr wieder einen Ausnahmekünstler zu ehren, der sich hervorragend in die Reihe der großen Namen der Preisträger des Leonard Bernstein Award einreiht."

Zu den Gewinnern des seit 2003 verliehenen Nachwuchspreises gehören die Pianisten Lang Lang, Jonathan Biss, Jan Lisiecki und Kit Armstrong sowie die Pianistin Anna Vinnitskaya. Außerdem die Geigerin Lisa Batiashvili, der Organist Cameron Carpenter, der Perkussionisten Martin Grubinger und der Dirigent Krzysztof Urbański.

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