Leon Bailey beeindruckt weiter | Sport | DW | 20.12.2017
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DFB-Pokal

Leon Bailey beeindruckt weiter

Bayer Leverkusen setzt seine Erfolgsserie auch im DFB-Pokal fort und bezwingt Borussia Mönchengladbach. Eine zentrale Rolle spielt dabei einmal mehr ein pfeilschneller Jamaikaner.

DFB Pokal Borussia Mönchengladbach - Bayer 04 Leverkusen | Leon Bailey (imago/J. Huebner)

Goalgetter und Vorbereiter: Leon Bailey glänzt in vielen Rollen.

Für die Tageszeitung "Welt" ist er der Spieler der Hinrunde: Leon Bailey beeindruckte das deutsche Publikum mit genialen Auftritten, schnellen Sprints und sieben Toren in 15 Pflichtspielen (Liga und Pokal). Leverkusens Trainer Heiko Herrlich gerät schnell ins Schwärmen, wenn er über den 20-Jährigen spricht. Bailey habe "brutale Qualitäten" und sei "eine Waffe". Und genau das war der sprintstarke Jamaikaner auch im letzten Spiel in diesem Kalenderjahr.

Dank Bailey setzte Bayer Leverkusen seine Erfolgsserie auch im DFB-Pokal fort. Vor 49.000 Zuschauern im Borussia-Park erzielte Bailey (70.) den Siegtreffer für die Werkself und dabei blieb es. Der nun seit 14 Pflichtspielen unbesiegte Bundesligavierte aus Leverkusen setzte sich im Achtelfinale bei Borussia Mönchengladbach mit 1:0 (0:0) durch und steht damit nach zwei Jahren wieder im Viertelfinale des Wettbewerbs.

Bailey zu schnell für die Borussia-Abwehr

Die Gladbacher, die seit 2012 dreimal das Viertelfinale erreicht hatten und im vergangenen Jahr das Pokalendspiel knapp verpassten, waren über weite Strecken das bessere Team, konnten ihre Chancen aber nicht verwerten. Gladbach-Coach Dieter Hecking hatte einen "offenen Schlagabtausch" zweier offensivstarker Teams erwartet. Und er sollte schon in der Anfangsphase recht behalten. Bayer und die Borussia begannen mit viel Tempo und Vorwärtsdrang. Zahlreiche Chancen, doch ein Tor fiel vorerst nicht. Die Zuschauer waren dennoch vom flotten Spiel begeistert. Pfiffe von den Rängen gab es diesmal nicht. Die von Gladbachs Sportdirektor Max Eberl nach dem Spiel gegen den Hamburger SV für Unmutsbekundungen gegen die eigene Elf kritisierten Zuschauer unterstützten ihr Team lautstark.

Beide Mannschaften zeigten einen extrem engagierten Auftritt und führten harte, manchmal überharte Zweikämpfe: Der bereits verwarnte Leverkusener Kai Havertz hatte Glück, dass er nach heftigem Ellenbogeneinsatz gegen Matthias Ginter nicht die Gelb-Rote-Karte sah (35.). Gladbach drängte auf die Führung, setzte sich phasenweise in der Leverkusener Hälfte fest, belohnte sich aber nicht dafür. Stattdessen nutzte Volland einen Fehler von Reece Oxford im Mittelfeld der Fohlen, spielte einen starken Pass auf Bailey und der schnelle Angreifer schoss Bayer in Front. Die Borussia probierte nach vorne nochmal alles, doch Leverkusen brachte die knappe Führung über die Zeit. Bailey hat sich damit binnen Rekordzeit zur zentralen Figur bei Bayer Leverkusen hochgespielt. Kein anderer Leverkusener war in der Hinrunde an so vielen Torschüssen direkt beteiligt wie Bailey und das jamaikanische Talent lässt noch viel Potential erkennen. In Europa war in der laufenden Saison nur ein junger Spieler besser als er: Kylian Mbappé.

Bremen feiert, Freiburg schäumt

DFB Pokal Werder Bremen v SC Freiburg (Reuters/M. Mac Matzen)

Begründete Aufregung beim SCF: Das 3:1 fiel aus Abseitsposition und entschied das Spiel.

Im Viertelfinale steht auch Werder Bremen. Der Weg dorthin gab allerdings reichlich Anlasse zu Diskussionen. Zwei Tage nach der Beförderung von Florian Kohfeldt zum Cheftrainer zogen die Norddeutschen mit einem 3:2 (2:1)-Erfolg gegen den SC Freiburg zum 28. Mal ins Viertelfinale ein. Ishak Belfodil (3.), Florian Kainz (20.) und Philipp Bargfrede (70.) erzielten die Treffer für den abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten vor 33.000 Zuschauern im Weserstadion. Der Ex-Bremer Nils Petersen (28./Foulelfmeter) und der Franzose Yoric Ravet (87.) schafften jeweils den Anschlusstreffer.

Der entscheidende Treffer durch Bargfrede sorgte noch nach dem Schlusspfiff für Aufruhr beim SC Freiburg: Beim Tor von Philipp Bargfrede zum 3:1 für Bremen stand Jerome Gondorf klar im Abseits und sperrte seinem Teamkollegen den Weg frei. Schiedsrichter Guido Winkmann ließ sich aber nicht von den Protesten der Freiburger beeindrucken und gab den Treffer, obwohl sein zuständiger Assistent die Fahne gehoben hatte. Damit geht eine Bremer Serie weiter: Seit 29 Jahren hat der sechsmalige Cup-Gewinner Werder kein Pokal-Heimspiel mehr verloren, 37 Siege in Serie stehen in den Büchern. 

Frankfurt mit Glück und Haller

Fußball DFB Pokal 1. FC Heidenheim - Eintracht Frankfurt (picture-alliance/Pressefoto Rudel)

Mit Glück im Viertelfinale: Eintracht Frankfurt

Mit einer enttäuschenden Leistung, aber dem richtigen Ergebnis verabschiedet sich Eintracht Frankfurt aus dem Fußball-Jahr 2017. Nur mit viel Mühe und erst in der Verlängerung erreichten die Frankfurter das Viertelfinale im DFB-Pokal. Beim 2:1 (0:0, 0:0) gegen den 1. FC Heidenheim blieben die Hessen vieles schuldig. Vor 11.000 Zuschauer in der nicht ganz ausverkauften Voith-Arena in Heidenheim trafen Mijat Gacinovic (95. Minute) und Sebastien Haller (109.) für den Bundesligisten. Heidenheim kam in der in der Verlängerung der attraktiven Partie durch Kapitän Marc Schnatterer (96.) nur noch zum schnellen Ausgleich und konnte sich am Mittwochabend nicht für den guten Auftritt belohnen. Das lag schließlich auch an einigen umstrittenen Entscheidungen von Schiedsrichter Sven Jablonski, der Heidenheim unter anderem einen Elfmeter verwährte.

jw/ml (mit sid, dpa)