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Wirtschaft

Leitzins: Die Fed wartet ab

Die US-Notenbank Fed hält den Leitzins nach dem Brexit-Votum der Briten weiter stabil. Sie entschied, den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld von 0,25 und 0,5 Prozent nicht anzutasten.

Die US-Notenbank Fed fährt weiter eine Politik der ruhigen Hand. Der Leitzins wurde wie erwartet nicht verändert. Er liegt weiter in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,50 Prozent, wie die Währungshüter am Mittwoch in Washington mitteilten. Volkswirte und die Finanzmärkte hatten mit dieser Entscheidung gerechnet.

Damit haben die US-Währungshüter zum fünften Mal in Folge den Zins unangetastet gelassen. Mitte Dezember hatte die Notenbank erstmals seit der Finanzkrise den Leitzins angehoben. Dieser hatte zuvor seit Ende 2008 - also kurz nachdem die weltweite Finanzkrise ihren Höhepunkt erreicht hatte - in der Spanne zwischen null und 0,25Prozent gelegen.

Die Zinsentscheidung fiel mit neun zu eins Stimmen. Die Chefin des Fed Ablegers in Kansas City, Esther George, forderte vergeblich eine Zinserhöhung. Nach der Fed-Sitzung legte die US-Währung geringfügig zu und stieg zum Euro auf 1,0964 Dollar. Der Dow-Jones-Index tendierte weiterhin kaum verändert zum Vortag bei 18.468 Punkten.

Die Währungshüter sehen den Brexit entspannt

Ursache für die zögerliche Haltung der Fed seien vor allem die dominierenden globalen Unsicherheiten - die US-Konjunktur selbst laufe durchaus solide, hatte HSBC Trinkaus analysiert. Allerdings gebe es beim Thema Brexit eine gewisse Entspannung. Erste Konjunkturindikatoren aus Europa zeigten, dass sich die Auswirkungen auf Großbritannien konzentrieren werden und weniger auf die Weltwirtschaft wirken dürften.

Bewegung erst im Herbst?

Die Fed erklärte am Mittwoch, auf kurze Sicht habe sich das Risiko für den US-Wirtschaftausblick verringert. Dies gilt als Fingerzeig, dass die Notenbank die Tür für eine Erhöhung noch in diesem Jahr offen lässt.

Viele Experten rechnen damit, dass die US-Währungshüter erst gegen Jahresende eine Erhöhung ins Auge fassen werden, wenn sich die Auswirkungen des EU-Austrittsvotums der Briten vom 23. Juni auf die amerikanische Wirtschaft besser abschätzen lassen.

"Gemessen an den realökonomischen Daten dürfte die Fed weiter zu Zinserhöhungen neigen", hatte die Commerzbank in einer Analyse geschrieben. Grundsätzlich würden sich die Sitzungen im September und im Dezember anbieten, da dann Pressekonferenzen anstehen.

dk/wen (dpa/rtr)