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Fußball

Leistungstest für Südafrika

Sind die deutschen Nationalspieler fit für Südafrika? Das will Bundestrainer Löw bei einem umstrittenen Lehrgang in Stuttgart testen. Einige Stars wie Ballack und Podolski fehlen zwar, dafür sind drei Neue mit dabei.

Die Nationalspieler Stefan Kiessling (m.) und Mario Gomez trainieren (Foto: AP)

Grätschen für das Nationalteam

Der Trainer der deutschen Nationalmannschaft, Joachim Löw (Foto: dpa)

Bundestrainer Joachim Löw

Mit einem Kurzlehrgang für das Nationalteam hat Bundestrainer Joachim Löw das WM-Jahr eingeläutet. Gut viereinhalb Monate vor dem ersten Gruppenspiel am 13. Juni in Durban gegen Australien will Löw die Leistungsfähigkeit seines vorläufigen WM-Kaders testen. "Eine gute Physis ist die Basis für einen Spieler und vor allem für ein Turnier, wo geballt innerhalb von wenigen Tagen viele Spiele stattfinden", sagte Löw: "Deswegen ist es uns wichtig, noch einmal eine Standortbestimmung vorzunehmen." Auf dem Programm stand zunächst ein Krafttest, zudem war ein Sprint- und Ausdauertest vorgesehen. "Es geht um insgesamt 30 Minuten Belastung. Da kann kein Spieler überbelastet werden", erklärte Löw. "Wir sind in einer WM-Saison. Wir müssen mit einer guten Basis zur WM fahren."

Podolski und Ballack fehlen

Leverkusens Toni Kroos jubelt (Foto: AP)

Hoffnungsträger Toni Kroos

Insgesamt 27 Profis waren in Stuttgart zusammengekommen, nachdem kurzfristig der Bremer Aaron Hunt seine Teilnahme wegen einer Erkrankung absagen musste. Außerdem fehlen die verletzten Lukas Podolski (Köln), Heiko Westermann (Schalke) und Cacau (Stuttgart) sowie Kapitän Michael Ballack (FC Chelsea) und Robert Huth (Stoke City). Die beiden England-Legionäre wurden von ihren Clubs nicht freigestellt.

Dafür gehören drei Neulinge zum erlesenen Kreis. Dennis Aogo (Hamburg), Toni Kroos (Leverkusen) und Thomas Müller (Bayern) können sich berechtigte Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme machen. "Wir haben einige junge Spieler, die vorher noch gar nicht so im Fokus standen und sich gut entwickelt haben", begründete der Bundestrainer seine Auswahl.

Kein Platz für Bankdrücker

Der ehemalige Bremer Nationalspieler Torsten Frings (li.) und Bundestrainer Joachim Löw im Gespräch während der EM 2008. (Foto: AP)

Frings spielt bei Löw keine Rolle mehr

Die ersten WM-Personalentscheidungen sind schon getroffen. Bereits vor dem Treffen informierte Löw den Bremer Routinier Torsten Frings darüber, dass er in seinen Planungen keine Rolle mehr spielt. Das betrifft auch die einstige Stammkraft Christoph Metzelder. "Er hat bei Real Madrid kaum Einsätze, deshalb planen wir nicht mit ihm. Das habe ich ihm auch so gesagt", berichtete Löw. Am Beispiel von Thomas Hitzlsperger (Stuttgart) verdeutlichte Löw zudem, dass Spielpraxis im Verein für eine WM-Nominierung unerlässlich sei: "Wenn er die ganze Rückrunde auf der Bank sitzt, ist das nicht so einfach", sagte Löw. Klarheit herrscht indes in der Torhüterfrage: René Adler (Leverkusen), Manuel Neuer (Schalke) und Tim Wiese (Bremen) werden in Südafrika dabei sein. "Wenn nichts Außergewöhnliches passieren sollte, werden wir mit diesen drei Torhütern zur WM fahren", bestätigte Löw. "Eine aktuelle Rangfolge gibt es nicht. Der Torhüter, der gegen Argentinien spielt, hat einen kleinen Vorteil", kündigte der Bundestrainer eine Vorentscheidung für das Testspiel am 3. März in München an.

Bundesliga-Trainer für Löw-Kurs

Trainertagung in Stuttgart mit Dieter Hecking, Joachim Löw, Jupp Heynckes und DFB-Pressesprecher Harald Stenger (Foto: dpa)

Schulterschluss für die WM

Im Vorfeld hatte es Kritik an dem Treffen gegeben. Nachdem Bayern-Trainer Louis van Gaal den Kurzlehrgang mitten in der Saison als "Wahnsinn" bezeichnet hatte, verkürzte Löw das ursprünglich bis Mittwoch geplante Treffen um einen Tag. Er erinnerte zugleich aber an die vor Saisonbeginn getroffenen Termin-Absprachen mit den Vereinen. Gleichzeitig fand in Stuttgart ein Trainerlehrgang statt, bei dem Löw seinen Fahrplan für das WM-Turnier vom 11. Juni bis 11. Juli in Südafrika vorstellte. Die Bundesliga-Trainer sagten der Nationalmannschaft ihre volle Unterstützung zu. "Für die Vereine und die Bundesliga ist ein erfolgreiches Abschneiden der Nationalmannschaft bei der WM sehr wichtig. Schließlich profitieren beide Seiten von einer erfolgreichen Nationalmannschaft", sagte Trainer Jupp Heynckes von Spitzenreiter Bayer Leverkusen stellvertretend für seine Kollegen. Heynckes, der erstmals seit Jahren wieder am Trainerlehrgang teilnahm, stellte zugleich eine überraschende Entwicklung fest. "Gestern Abend ging es viel gesitteter zu als vor 20 oder 25 Jahren. Damals waren noch so alte Haudegen dabei, die auch mal gerne etwas länger zusammengeblieben sind."

Autor: Arnulf Boettcher
Redaktion: Joachim Falkenhagen