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Wirtschaft

Leistungsdruck und Umwelttechnik

Die größte Industrieschau der Welt, die Hannover Messe, ist am Sonntag eröffnet worden. Zentrales Thema ist in diesem Jahr die Umwelttechnologie, China ist Partnerland. Von dort kommen fast 500 Firmen zur Messe.

Hannover Messe 2012 Fahne mit Logo. Copyright: Deutsche Messe AG 2012

Hannover Messe 2012 Fahne mit Logo

Die chinesische Premierminister Wen Jiabao und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel haben am Sonntagabend (22.04.2012) die Hannover Messe eröffnet. Die chinesische Regierung gebe der Beteiligung als Partnerland der Messe "allergrößte Beachtung", sagte Li Nianping, Gesandter der chinesischen Botschaft in Berlin. "Wir hoffen, dass wir zu einer noch stärkeren und pragmatischeren Zusammenarbeit kommen."

Die Hälfte der rund 5000 teilnehmenden Firmen kommt in diesem Jahr aus dem Ausland. Sie präsentieren sich hier einem internationalen Publikum, um Kontakte zu knüpfen. "Wir hoffen, dass wir neue Partner finden", sagt der chinesische Botschaftsgesandte Li. Schon jetzt entfielen 30 Prozent des chinesischen Außenhandels mit der EU auf Deutschland.

An neuen Kontakten sind umgekehrt auch die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer sehr interessiert. Die Branche ist ein Herzstück der deutschen Industrie und sehr abhängig von Exporten.

Zwar sind die europäischen Länder für deutsche Unternehmen immer noch der wichtigste Absatzmarkt. Doch die Wirtschaftslage in den Krisenländern der Eurozone ist sehr angespannt. Nach Angaben des Branchenverbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) sind deshalb die Bestellungen bei deutschen Unternehmen zu Jahresbeginn erneut gesunken. Große Wachstumschancen sieht die Industrie dagegen in Ländern wie China, Indien, Brasilien und Russland.

Besucher gehen am Montag (11.04.2005) auf der Hannover Messe an massiven Kugellager-Systemen vorbei. Mehr als 6000 Aussteller haben sich zu der größten Indutriemesse der Welt angemeldet. Das sind 1000 mehr als im vergangenen Jahr. Russland ist Partnerland der Messe. Im Inland soll die Schau auch der lahmenden Konjunktur auf die Beine helfen. Foto: Kay Nietfeld dpa/lni +++(c) dpa - Report+++

Hannover Messe: Alles für eine effiziente, umweltfreundliche Produktion

Partnerland China

Aus dem Partnerland China stellen sich fast 500 Firmen auf der Messe vor. Es ist die bislang größte Industrie-Präsentation Chinas im Ausland. Nach Angaben des chinesischen Botschaftsgesandten Li reisen zudem 230 Führungskräfte zum deutsch-chinesischen Wirtschaftsgipfel am Montag an, der nach dem gemeinsamen Messerundgang von Premier Wen und Kanzlerin Merkel stattfindet.

Kooperation zwischen Deutschland und China - das hieß lange Zeit vor allem, dass deutsche Unternehmen ihre Produktion nach China verlagerten, um ihre Waren dort billiger herstellen zu können. Längst jedoch ist der Austausch komplexer geworden. So gab es allein im letzten Jahr 158 Projekte, bei denen chinesische Firmen in Deutschland investierten, sagt Diplomat Li. "Diese Zusammenarbeit könne noch "in beide Richtungen forciert werden".

Die Umwelttechnik, das Leitthema der Hannover Messe, spielt dabei ein besondere Rolle. "Genau auf diesem Gebiet bietet Deutschland einen technischen Vorteil, während China einen Marktvorteil bietet", so Li.

Leistungsdruck

Diese Darstellung zeigt allerdings auch die Gefahr für deutsche Unternehmen: Sollten sie ihren technischen Vorsprung verlieren, haben sie angesichts des chinesischen Marktvorteils keine Chance. Ein warnendes Beispiel sind deutsche Hersteller von Solarzellen. Allein in den letzten Monaten gab es vier große Firmenpleiten, darunter Q-Cells, einst größter Solarzellenhersteller der Welt. Das, was die deutschen Firmen konnten, können chinesische inzwischen auch - und günstiger.

Bei der Umwelttechnologie auf der Hannover Messe geht es jedoch nicht nur um erneuerbare Energien. "Greentelligence" nennt die Messe ihr Leitthema, eine Wortschöpfung aus den englischen Worten für grün und intelligent. Den Unternehmen gehe es dabei um effiziente Prozesse, Ressourcen schonenden Materialeinsatz und nachhaltige Produkte, sagt Wolfram von Fritsch, Vorstandsvorsitzender des Messeveranstalters Deutsche Messe AG. Die Liebe zur Natur ist dabei nicht die einzige Motivation. "Diese Kombination sichert ihnen langfristig die globale Wettbewerbsfähigkeit", so Fritsch im DW-Interview.

Auch Ideen zum Umgang mit der Energiewende sind in Hannover zu erwarten. Schließlich haben Deutschland und Länder wie Belgien und die Schweiz den Ausstieg aus der Atomenergie angekündigt. "Nach dem Fukushima-Schock ist ein Innovationsschub eingetreten", sagt Messe-Chef von Fritsch. Die Messe biete daher auch einen Blick in die Zukunft. "Auf der Hannover Messe zeigen Unternehmen, was schon jetzt technisch möglich ist und was an der Schwelle zur Markteinführung steht - in allen Bereichen der Industrie."

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