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Wirtschaft

Leise rieselt das Weihnachtsgeld

Auch wenn viel von Kürzungen die Rede ist - das Weihnachtsgeld rieselt am Jahresende weiterhin in die Portmonees vieler Angestellter. Die Höhe kann jedoch gehörig schwanken.

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Weihnachtszeit, Geschenkezeit - Bonuszeit?

Für rund 20 Millionen Arbeitnehmer weihnachtet es in diesen Tagen sehr. Denn auf ihre Gehaltskonten fließt nicht nur der übliche Monatslohn, sondern auch zusätzliches Weihnachtsgeld. Diese Beschäftigten haben einen tariflichen Anspruch auf die Extra-Gabe.

Die Höhe kann freilich sehr unterschiedlich ausfallen, wie Hagen Lesch vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln sagt: "Das schwankt von einem vollen Monatseinkommen etwa bei den Banken oder den Energieversorgern bis hin zum Einzelhandel, wo sie im Westen 62,5 und im Osten 50 Prozent eines Monatseinkommens bekommen bis hin zu überhaupt keinem Weihnachtsgeld in der ostdeutschen Bauwirtschaft."

Am unteren Ende der Skala rangiert nicht nur der konjunkturell arg gebeutelte Bausektor in Deutschland. Auch die Mitarbeiter in Hotels und im Gaststätten bekommen weniger oder gar kein Weihnachtsgeld.

Geld-Schmelze

Insgesamt schmilzt die Jahressonderzahlung für rund 2,8 Millionen Arbeitnehmer in diesem Jahr, das heißt: sie wird zusammengestrichen. Das sei in wirtschaftlich schwierigen Zeiten üblich, erklärt Lesch. Oft machten Arbeitnehmer selbst Zugeständnisse beim Weihnachtsgeld, wenn damit ein noch stärkerer Stellenabbau vermieden werden kann. Und die Arbeitgeber wiederum machten die Jahressonderzahlung immer mehr vom Erfolg der Firma abhängig, sagt Lesch: "Etwa in der chemischen Industrie, da haben sie normalerweise Anspruch auf 95 Prozent eines Monatseinkommens und je nach Ertragslage des Unternehmens können sie das um 15 Prozentpunkte absenken, beziehungsweise um 30 Prozentpunkte anheben." Wie dieser Korridor ausgefüllt werde, hänge von den Verhandlungen zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat ab. Ähnlich sie dies bei den Banken und in der Touristikbranche.

Ausdauer wird bezahlt

In einigen Branchen orientiert sich nach Leschs Worten die Höhe des Weihnachtsgelds auch daran, wie lange ein Mitarbeiter dem Betrieb angehört. "In der Metallindustrie", sagt er, "haben wir beispielsweise die Regelung, dass sie nach einem halben Jahr Anspruch auf 25 Prozent des Weihnachtsgeldes haben und erst nach einer Beschäftigungsdauer am Ende des dritten Beschäftigungsjahres bekommen sie dann diese 55 Prozent."

Auf Deutschlands Bundesbeamte kommt unter Umständen eine Halbierung dieser Gratifikation zu - das ist zumindest der erklärte Wille der Bundesregierung. Für aktive Beamte soll demnach das Weihnachtsgeld von derzeit 60 auf 30 Prozent, für Pensionäre von 50 auf 25 Prozent gekürzt werden.

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