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Aktuell Europa

Leichenspürhunde an der Absturzstelle von Flug MH17

Es ist ein nervenaufreibender Einsatz in sengender Hitze und angespannter Sicherheitslage. Die internationalen Experten, die lange behindert wurden, suchen weiter nach Opfern des Flugs MH17.

Mit Leichenspürhunden haben Experten an der Absturzstelle der malaysischen Passagiermaschine in der Ostukraine die Suche nach sterblichen Überresten weiterer Opfer fortgesetzt. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) teilte mit, insgesamt seien fast 80 internationale Experten an dem Trümmerfeld in Grabowo im Einsatz.

Dort herrscht sengende Hitze. Hinzu kommt die nervliche Belastung durch das, was die Helfer an der Unfallstelle vorfinden - und durch die angespannte Sicherheitslage in dem Gebiet. "Es wird ein langer Tag. Die intensive Arbeit konzentriert sich auf das Auffinden von Überresten der Opfer", teilte die OSZE im Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Trümmer über 50 Quadratkilometer verteilt

Zur Dauer des Untersuchungen gab es unterschiedliche Angaben. Der niederländische Missionsleiter Pieter-Jaap Aalbersberg sagte, der Einsatz werde "mindestens mehrere Wochen" dauern. Australiens Premierminister Tony Abbot ging von wenigstens einer Woche aus. Er wies darauf hin, dass die Trümmer über 50 Quadratkilometer verteilt sind. Die Niederlande und Australien stellen einen Großteil der Experten, da die meisten Passagiere von Flug MH17 aus diesen beiden Ländern stammten. Am Sonntag sollen rund 20 malaysische Fachleute an der Unglücksstelle eintreffen und das internationale Team verstärken.

Neuerliche Behinderungen der Suchaktion durch Kämpfe zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten wurden zunächst nicht gemeldet. Die anhaltenden Gefechte hatten zuletzt verhindert, dass die Experten an der Absturzstelle ungestört arbeiten konnten. Außerdem hatten Separatisten den Ermittlern nur eingeschränkt Zugang gewährt.

Poroschenko braucht proeuropäische Mehrheit

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hofft derweil auf eine proeuropäische Mehrheit im Parlament nach angekündigten Neuwahlen in diesem Herbst. Der Mechanismus für eine vorgezogene Wahl sei mit dem Zerbrechen der Regierungskoalition in Gang gesetzt worden. Am 24. Juli hatten die Udar-Partei des Kiewer Bürgermeisters Vitali Klitschko und die rechtsextreme Swoboda-Partei von Oleg Tjagnibok die Koalition mit der Vaterlandspartei von Regierungschef Arseni Jazenjuk aufgekündigt.

jj/gmf (dpa, afp)