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Libyen

Leichen von Erschossenen in Libyen entdeckt

Die UN sprechen von einem "schändlichen Verbrechen". Unter Verdacht steht einer der starken Männer des zerfallenden Staates. Mehrfach sollen seine Kämpfer gefangen genommene Islamisten hingerichtet haben.

Libyen Bengasi Libyan National Army LNA Soldaten (Getty Images/AFP/A. Doma)

Mitglieder der Libyschen Nationalen Armee in Bengasi (Archivbild)

Im Nordosten Libyens sind die Leichen von 36 erschossenen Menschen entdeckt worden. Der Fundort liege in der Region Al-Abjar, rund 70 Kilometer östlich von Bengasi, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte. Bei den Getöteten handele sich vermutlich um Islamisten, darunter 19 Ausländer. Die UN-Vertretung in Libyen verurteilte "mit größter Entschiedenheit dieses schändliche Verbrechen" und forderte unverzügliche Ermittlungen.

Der abtrünnige General Chalifa Haftar, in dessen Herrschaftsgebiet die Leichen gefunden wurden, hatte zuvor bereits Ermittlungen angekündigt, um die Verantwortlichen für dieses "Verbrechen" zu finden. Dabei solle auch geklärt werden, ob die Opfer zuvor von seinen Männern gefangen genommen worden seien, erklärte Haftar nach Angaben der ihm nahstehenden Nachrichtenagentur Lana.

Massenhinrichtung von Dschihadisten

Der selbsternannten Libyschen Nationalen Armee (LNA) von General Haftar wird vorgeworfen, in den vergangenen Jahren immer wieder gefangen genommene Dschihadisten bei Massenhinrichtungen getötet zu haben.

Libyen Khalifa Haftar LNA Kommandeur (picture-alliance/TASS/S. Savostyanov/TASS)

Chalifa Haftar (Archivbild)

Im August hatte der Internationale Strafgerichtshof einen Haftbefehl gegen den Kommandeur eines Spezialkommandos der LNA erlassen. Mahmoud Al-Werfalli soll 2016 und 2017 mindestens sieben Mal auf Zivilisten oder verletzte Kämpfer geschossen oder deren Hinrichtung angeordnet haben. Haftars Truppe teilte daraufhin mit, der Beschuldigte sei bereits festgenommen worden und komme vor ein Militärgericht.

Seit dem Sturz von Libyens langjährigem Machthaber Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrscht Chaos in dem nordafrikanischen Land. Weite Teile werden von bewaffneten Milizen kontrolliert. Die Autorität der international unterstützten Regierung der nationalen Einheit wird von einer Gegenregierung in Frage gestellt, die mit Hilfe von Haftars LNA im Osten Libyens herrscht. Nach dreijährigen Kämpfen haben Haftars Kämpfer die Dschihadistenmilizen fast vollständig aus Bengasi, der zweitgrößten Stadt Libyens, vertrieben.

jj/kle (afp, ap)

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