Leichen nach Brand in philippinischer Shopping-Mall entdeckt | Aktuell Asien | DW | 25.12.2017
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Katastrophen

Leichen nach Brand in philippinischer Shopping-Mall entdeckt

Nach dem Brand in einem Einkaufszentrum auf den Philippinen sind die Leichen von 36 noch vermissten Opfern gefunden worden. Die Bundespolizei hat bereits mit Ermittlungen begonnen. 

Die Polizei hat nach dem Großbrand in der NCCC-Shopping-Mall in der südphilippinischen Stadt Davao strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen. Justizminister Vitaliano Aguire sagte, er habe die philippinische Bundespolizei NBI mit den Ermittlungen betraut. Es müsse festgestellt werden, ob jemand für das Feuer verantwortlich sei und strafrechtlich verfolgt werden müsse. 

Aguirre kündigte an, die Verantwortlichen zu bestrafen. Dies könne "anderen ein Beispiel geben", damit sich eine solche Tragödie hoffentlich nicht wiederhole. Über die Brandursache gibt es bislang allerdings keine Informationen.

Rettungskräfte haben inzwischen die Leichen von 36 Opfern entdeckt. Dies teilte die Feuerwehr mit. Die Toten seien in der Nähe einer Treppe gefunden worden. Bislang hatten die Behörden nur den Fund einer Leiche bestätigt. Präsident Rodrigo Duterte hatte bereits am Sonntag gesagt, die Überlebenschancen der Vermissten seien "gleich null". 

Das Feuer war am Samstag in dem vierstöckigen Einkaufszentrum in der Millionenstadt Davao auf der Insel Mindanao ausgebrochen. Die Flammen hatten offenbar zahlreichen Menschen den Fluchtweg abgeschnitten, unter anderem vielen Beschäftigten eines Call-Centers im Obergeschoss.

Von Flammen eingekesselt

Das US-Marktforschungsunternehmen SSI hatte bereits vor dem Fund der Leichen erklärt, 37 seiner 500 Angestellten in Davao seien tot. Zeugen sagten nach Angaben der Feuerwehr aus, dass die Angestellten nach Ausbruch des Feuers ihre Sachen aus Schließfächern holen wollten und dort von den Flammen eingekesselt wurden.

SSI kündigte die Einrichtung eines Krisenzentrums und eines Hilfsfonds an, um den Angehörigen zu helfen. Viele US-Unternehmen betreiben auf den Philippinen Call-Center für den Kundendienst in den USA, weil die Löhne niedrig sind und viele Einwohner gut Englisch sprechen.

Nach Angaben einer Feuerwehrsprecherin hatte das Gebäude offenbar keine Rauchabzugsanlage. Überlebende klagten zudem über unzureichende und verschlossene Notausgänge. Die Betreiber des Gebäudes wiesen die Vorwürfe zurück. Die Überlebenden seien über den Notausgang ins Freie gelangt, erklärte eine Sprecherin.

Wegen mangelhafter Sicherheitsstandards kommt es auf den Philippinen häufig zu tödlichen Bränden, vor allem in Armenvierteln, Märkten und Fabriken. 2015 waren bei einem Brand in einer Schuhfabrik in der Hauptstadt Manila 72 Menschen ums Leben gekommen. Eine der schlimmsten Brandkatastrophen ereignete sich 1996, als bei einem Disco-Brand in Manila 162 Menschen ums Leben kamen.

Davao, etwa 1000 Kilometer südlich der Hauptstadt Manila, ist die Heimatstadt von Staatschef Rodrigo Duterte. Er war dort viele Jahre Bürgermeister, seine Tochter hat nun dieses Amt inne, sein Sohn ist der Vize-Bürgermeister. 

stu/sti (afp, dpa)
 

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