1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

China

Leiche von Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo eingeäschert

Es war - den Berichten aus China zufolge - eine kleine, private Trauerfeier. In Shenyang nahmen seine Frau und einige Freunde Abschied von Liu Xiaobo. Nun wächst die Sorge um das Schicksal seiner Witwe.

Video ansehen 00:35

Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo eingeäschert

Zwei Tage nach seinem Krebstod ist der chinesische Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo eingeäschert worden. An der Zeremonie in der Stadt Shenyang im Nordosten Chinas hätten seine Frau Liu Xia, weitere Angehörige und einige Freunde teilgenommen, erklärte der Vertreter der Stadtverwaltung, Zhang Qingyang. Er beschrieb Lius Witwe als "sehr niedergeschlagen". Auf offiziellen Fotos von der Trauerfeier waren neben der Dichterin und ihrem Bruder auch Lius Bruder und einige Freunde zu sehen.

Liu war am Donnerstag im Alter von 61 Jahren an den Folgen einer Leberkrebserkrankung gestorben. Gut einen Monat zuvor war er nach mehr als acht Jahren in Haft aus dem Gefängnis in ein Krankenhaus in Shenyang verlegt worden. Bis zuletzt verweigerten die Behörden dem Kämpfer für Demokratie eine Behandlung im Ausland.

Aufenthaltsort unbekannt

Seit dem Tod des Dissidenten mehren sich die Stimmen, die von der Pekinger Führung fordern, seine Frau freizulassen und ihr die Ausreise zu ermöglichen, wenn sie dies wünsche. Obwohl die 56-Jährige nie verurteilt wurde, steht sie seit 2010 unter Hausarrest. Die Isolation und die Sorge um ihren Mann haben Liu Xia nach Angaben von Freunden schwer zugesetzt. Die Behörden haben die Witwe weitgehend von der Außenwelt abgeschirmt, ihr Aufenthaltsort ist unbekannt. Ein US-Anwalt der Dichterin, Jared Genser, sagte, jegliche Kontakte zu ihr seien unterbrochen worden.

Deutschland Ausstellung Liu Xia im Gropiusbau (picture alliance/dpa/B. Smith)

Liu Xia auf einer Archivaufnahme aus dem Jahr 2010

Das chinesischen Außenministerium verwahrte sich unterdessen gegen Kritik aus dem Ausland. Ein Sprecher sagte, sein Ministerium habe bei den Regierungen der USA, Deutschlands, Frankreichs sowie den Vereinten Nationen offiziell Protest eingelegt. Die internationalen Reaktionen auf den Tod von Liu wertet man in Peking als Einmischung in innere Angelegenheiten.

ml/rk (afp, rtre, ape)

Audio und Video zum Thema