Lehrt Dreier-Allianz Uiguren das Fürchten? | Aktuell Asien | DW | 26.12.2017
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Diplomatie

Lehrt Dreier-Allianz Uiguren das Fürchten?

China, Pakistan und Afghanistan wollen bei der Bekämpfung von Extremismus enger zusammenarbeiten. Es geht vor allem um die Unruheregion Xinjiang im Westen Chinas. 

China, Pakistan und Afghanistan vereinbaren Zusammenarbeit in Anti-Terror-Kampf (Reuters/J. Lee)

Der afghanische Außenminister Rabbani und seine Amtskollegen Yi und Asif aus China und Pakistan (von li. nach re.)

"Wir haben vereinbart, bei der Bekämpfung von Terrorismus in all seinen Formen zu kooperieren", sagte der afghanische Außenminister Salahuddin Rabbani in Peking bei einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus China und Pakistan.

Nachbarländer als Unterschlupf

Xinjiang im Westen Chinas ist Heimat der muslimischen Minderheit der Uiguren und häufiger Schauplatz von Anschlägen. Die chinesische Regierung macht Uiguren, die sie als "Separatisten" bezeichnet, für die Taten verantwortlich, unter anderem die Gruppierung Islamische Bewegung Ostturkestan (ETIM). Peking befürchtet, dass Extremisten aus Xinjiang in den angrenzenden Ländern Afghanistan und Pakistan Rückzugsgebiete finden. Der afghanische Außenminister Rabbani versuchte, diese Sorge auszuräumen. Er bekräftigte, sein Land werde den "entschiedenen Kampf gegen ETIM und ihre Unterstützergruppen und Netzwerke" fortsetzen.

Bei dem Dreier-Treffen ging es aber nicht nur um die Terrorbekämpfung, sondern auch um die wirtschaftliche Zusammenarbeit. Der chinesische Chefdiplomat Wang Yi sagte, gerade die Unruheprovinz Xinjiang solle als Basis für die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Afghanistan und Pakistan genutzt werden.

China hat mit Pakistan mehrere Infrastrukturprojekte wie etwa Eisenbahn- und Straßenverbindungen von der Volksrepublik zum Indischen Ozean auf den Weg gebracht. Das aufstrebende Schwellenland will diesen sogenannten China-Pakistan-Wirtschaftskorridor (CPEC) um Afghanistan erweitern.

Allerdings sind die Beziehungen zwischen Pakistan und Afghanistan angespannt, da die Regierung in Kabul dem südlichen Nachbarn vorwirft, die aufständischen radikalislamischen Taliban zu unterstützen. Pakistans Außenminister Khawaja Asif erwähnte nach dem ersten Treffen der Ressortchefs der drei Nachbarländer die Perspektive einer afghanischen Mitarbeit im CPEC nur indirekt: Die "unverbrüchliche Freundschaft" mit China und die Kooperation in dem Wirtschaftskorridor dienten als Modell für die verbesserte Zusammenarbeit mit Nachbarstaaten "einschließlich Afghanistans", gab sich Asif diplomatisch.

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Chinas neue Seidenstraße

Indien blickt mit Argwohn auf das Megaprojekt 

Pakistans Erzrivale und östlicher Nachbar Indien sieht das mit einem Investitionsvolumen von fast 60 Milliarden Dollar ausgestattete CPEC hingegen mit Argwohn: Denn Teile der geplanten Verkehrsverbindungen verlaufen durch den pakistanisch verwalteten Teil Kaschmirs, auf den auch Indien Anspruch erhebt. Es drohen also Konflikte um das Projekt, das auch als "Neue Seidenstraße" bezeichnet wird, weil es an die wichtigste Handelsverbindung zwischen China und Europa in der Antike und dem Frühmittelalter anknüpft.

haz/hin (afp, rtr)

 

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