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Afrika

Lehmgruben - Gefahr in Afrikas Großstädten

Die Städte in Afrika wachsen und damit auch die Nachfrage nach Baumaterial. Viele Menschen graben selbst nach Lehm und Sand. Die Gruben bergen viele Gefahren, wie das Beispiel der nordnigerianischen Stadt Kano zeigt.

Baustelle in der rasant wachsenden Stadt Lagos Zulieferer: Monika Knopff

Baustelle in der rasant wachsenden Stadt Lagos

Das Baggern nach Sand und Lehm für den Hausbau ist nicht nur ein großes Geschäft, sondern auch eine gefährliche Arbeit. Denn die Arbeiter benutzen nur selbst gebastelte Werkzeuge. Außerdem sichern sie die Gruben nicht gegen Einsturz. Immer wieder kommt es zu tödlichen Unfällen.

Bashir Abba, Direktor des Forst- und Umweltschutzamts im Bundestaat Kano, kennt sich gut aus mit den Gefahren des Grubenbaus. Er berichtet, dass viele Menschen so exzessiv für Bausand oder Lehmziegel baggern, bis sie auf Grundwasser treffen. Sie benutzten das Wasser, so Abba, um Beton zu mischen oder auch Ziegel herzustellen. "Und die kleinste Erdbewegung führt zu Erdrutschen mit Toten und Schwerverletzten."

Unerkannte Gefahr

Baustelle in Dakar Quelle: DW/Klaudia Pape.

Baustellen in Afrikas Großstädten

Fast überall in der Stadt Kano und ihrer Umgebung findet man diese offenen Gruben. Tukur Yahya Gwarzaye kümmert sich um Ordnung und Sicherheit an einer Baggergrube in einem Dorf nahe Kano. Seine Aufgabe ist es unter anderem aufzupassen, wer in den Gruben baggert. Er sagt, dass die meist jugendlichen Arbeiter, die hier als Tagelöhner graben, viel Rauschgift nehmen. Deshalb erkennen sie oft nicht die Gefahr. "Wenn ich sehe, dass sie sich einer gefährlichen Stelle nähern, sage ich ihnen sofort, dass sie damit aufhören müssen, sonst bekomme ich auch selbst Probleme mit meinem Arbeitgeber."

Eine andere Gefahr, die die Leute unterschätzen, ist das Wasser. Es sammelt sich unten in den Gruben und ist dann ein beliebter Brutbereich für Moskitos, die Malaria übertragen. Außerdem zieht das Wasser Kinder an, die die Grube als Schwimmbecken benutzen. Diese Kinder stecken sich dann leicht mit im Wasser lebenden Krankheitskeimen wie Bilharziose an. Sie selbst nehmen diese Gefahr nicht ernst oder geben sich fatalistisch: "Wenn ich hier sterben sollte", sagt ein kleiner Junge,"dann ist das halt mein Schicksal. Jeder wird irgendwann sterben."

Tödliche "Freibäder"

Neuerdings ist in Nigeria das Bundesbergamt zuständig für die Sicherheit dieser Gruben. Deshalb können die lokalen Behörden nicht viel tun, um den Zugang rund um die offenen Gruben zu beschränken. Gleichzeitig bauen die Menschen jeden Tag neue Häuser – und die Kinder freuen sich weiter über ein kostenloses, aber gefährliches Freibad.

Autoren: Abdulrahman Kabir/Mohammad Awal

Redaktion: Klaudia Pape