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Sport

Lehmann ist die Nummer Eins

Jens Lehmann wird bei der Fußballweltmeisterschaft für das deutsche Team im Tor stehen. Sein Konkurrent Oliver Kahn äußerte sich "maßlos enttäuscht".

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Jens Lehmann

Deutsche Niederlage gegen Ungarn Oliver Kahn

Oliver Kahn (2004)

Fußball-Bundestrainer Jürgen Klinsmann habe dem Bayern-Torhüter Oliver Kahn und der Vereinsführung des FC Bayern München am Freitag mitgeteilt, dass er sich für Jens Lehmann als Nationaltorhüter entschieden habe, gab der Verein bekannt. Er bestätigte damit eine Mitteilung der "Bild-Zeitung". "Ich bin über diese Entscheidung sehr überrascht und maßlos enttäuscht", teilte Kahn in einer Pressemitteilung mit. Über seine Zukunft in der Nationalmannschaft werde er sich "zu gegebener Zeit" äußern.

Wachsender Druck

Ursprünglich wollte Klinsmann erst im Mai bekannt geben, welcher der beiden 36-Jährigen bei der WM die Nummer 1 im deutschen Tor sein würde. Allerdings war der Bundestrainer in den vergangenen Tagen wachsendem Druck von Seiten des FC Bayern München ausgesetzt, sich möglichst schnell und für Kahn zu entscheiden. Zuletzt patzte Kahn in der Bundesliga beim 2:2 gegen den Tabellenletzten 1. FC Köln und musste verletzt vom Platz. Ex-Bundestrainer Michael Skibbe sagte: "Es sind beides hervorragende Torwarte. Bei der WM wird auf jeden Fall ein deutscher Weltklasse-Schlussmann spielen. Der Zeitpunkt der Bekanntgabe ist völlig unerheblich."

Mit seiner Torhüter-Rotation hatte Klinsmann für einen nie da gewesenen Zweikampf um den Platz im deutschen WM-Tor gesorgt. Im August 2004 hatte er vor seinem ersten Länderspiel als Bundestrainer in Österreich Kahn als Kapitän abgesetzt und Michael Ballack zu dessen Nachfolger ernannt. Damals legte er auch die Rollen fest. "Es gibt eine ganz klare Grundkonstellation: Oliver Kahn ist die Nummer 1, Jens Lehmann die Nummer 2 und Timo Hildebrand im Moment die Nummer 3. Jens ist der Herausforderer, Oliver muss seinen Platz verteidigen."

Brillant bei Arsenal

Der vorläufige Höhepunkt im Torwart-Duell war im August 2005 erreicht, als Klinsmann die Streithähne Kahn und Lehmann bei den bis zum Jahresende anstehenden Länderspielen trennte. Noch am gestrigen Donnerstag sprach Klinsmann von einer "menschlich schweren und harten Entscheidung".

Lehmann war 2003 für 3,5 Millionen Euro von Dortmund zu Arsenal London gewechselt. Er war mit der DFB-Elf schon bei vier großen Turnieren dabei, spielte aber bei der WM 1998, der EM 2000, der WM 2002 und der EM 2004 keine Minute. Eine nochmalige Ersatzrolle konnte sich Lehmann nur schwer vorstellen. Für die deutsche Nationalelf stand er bislang 29 Mal im Tor; in den 12 Spielen unter Klinsmann kassierte er 18 Gegentore. Bei Arsenal, Halbfinalist in der Champions League, machte Lehmann zuletzt durch brillante Einsätze von sich reden.

Kahn, der 84 Länderspiele hinter sich hat, gewöhnte sich schwer daran, dass der Bundestrainer den Kampf um die WM-Nummer 1 für offen erklärte. Doch der "Titan" nahm den Kampf an - und fand nach einer sportlichen und persönlichen Neuorientierung wieder zu alter Klasse zurück, zeigte allerdings zuletzt Schwächen. Er bestritt drei große Turniere als Nummer 1: EM 2000, WM 2002, EM 2004. Bei der WM im eigenen Land wollte Kahn den Fehler wettmachen, der ihm ausgerechnet im Finale 2002 unterlief und Brasilien auf die Siegerstraße brachte. (stu)

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