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Sport

Legkow und Kowalczyk triumphieren

Bei der Tour de Ski setzen sich der Russe und die Polin auf dem anspruchsvollen Schlussanstieg zur Alpe Cermis durch. Für Kowalczyk ist es der vierte Gesamtsieg, Legkow gelingt dagegen ein Novum.

Wenn die Tour de Ski traditionell im italienischen Val di Fiemme mit dem Anstieg über knapp 500 Höhenmeter auf die Alpe Cermis zu Ende geht, ist fast schon genauso traditionell am Ende die Polin Justyna Kowalczyk bei den Frauen die Beste. Der Triumph bei der diesjährigen Ausgabe des Sieben-Etappen-Langlaufrennens war bereits ihr vierter Gesamtsieg in Serie. Die Überlegenheit, mit der die 29-Jährige den Sieg einfuhr, nötigt Respekt ab, denn zwischenzeitlich distanzierte sie die Konkurrenz, von der lediglich die Norwegerin Marit Björgen krankheitsbedingt fehlte, um über zwei Minuten. Auf die weiteren Plätze kamen die Norwegerinnen Therese Johaug und Kristin Størmer Steira.

Kowalczyk ist eine Ausnahmeathletin. Nachdem die Polin in der Vergangenheit wegen einer bis heute nicht restlos aufgeklärten Dopingverdächtigung pausieren musste, kehrte sie stark wie nie in den Weltcup zurück. Mit immenser Oberarmkraft und einer aufwendigen Beinarbeit hat Kowalczyk einen eigenen, unverkennbaren und sehr erfolgreichen Laufstil geschaffen. Ein Olympiasieg, zwei WM-Titel, drei Gesamtweltcup-Erfolge und nun der vierte Erfolg bei der Tour de Ski-Siege, sowie insgesamt 15 Etappensiegen sprechen für sich.

Beste Deutsche wurde Katrin Zeller, die die Tour als Gesamt-Zehnte beendete. "Ich bin überaus erleichtert. Mein Ziel war es schon, wieder unter die Top 10 zu kommen, doch dieses Ziel war während der Tour schon in fast unerreichbare Ferne gerückt. Dass es noch geklappt hat, ist unheimlich schön", erzählte Zeller, die im Gegensatz zu einigen ihrer Kontrahentinnen am Berg nicht den gefürchteten Einbruch erlitt.

Auf die Strafe folgt der Sieg

Alexander Legkow bei der Zieldurchfahrt (Foto: dpa)

Alexander Legkow ist am Ziel: Der Russe erreicht als Erster die Höhe der Alpe Cermis

Einen kleinen Einbruch erlebte dagegen Tobias Angerer, der in der Männer-Konkurrenz auf den 15. Gesamtrang lief und damit einen Platz besser abschloss, als sein Teamkollege Jens Filbrich. Angerer war als Neunter auf die Strecke gegangen und verlor sechs Plätze. Bester Langläufer war der Russe Alexander Legkow, der mit seinem ersten Gesamtsieg bei der Tour de Ski für ein Novum im russischen Langlauf sorgte. Denn erstmals schafft mit ihm ein Privatier einen großen Erfolg. Legkow gehört nämlich nur auf dem Papier zur russischen Nationalmannschaft, bildet aber tatsächlich gemeinsam mit Ilja Chernoussow ein kommerziell ausgerichtetes Privatteam, das vom ehemaligen Schweizer Langläufer Reto Burgermeister trainiert wird. Legkows Verhältnis zur restlichen russischen Nationalmannschaft ist eher unterkühlt.

Trotzdem gilt Legkow bei den anderen Langläufern als freundlicher und hilfsbereiter Athlet. Umso mehr verwunderte die Unsportlichkeit, die er sie sich am Samstag (05.0.2013) auf dem sechsten Tagesabschnitt gegen Angerer leistete. Er behinderte den Deutschen im Schlusssprint und bekam durch die Jury eine Zeitstrafe von 15 Sekunden aufgebrummt. So startete er hinter Vorjahressieger Dario Cologna im abschließenden Verfolgungsrennen nur als Zweiter. Dennoch schaffte er es auf dem Schlussanstieg relativ schnell, die Konkurrenz zu distanzieren. Cologna lief auf Rang zwei, Legkows Teamkollege Maxim Wylegschanin auf den dritten Platz.