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Aktuell Amerika

Legendärer US-Journalist Ben Bradlee gestorben

Als Chefredakteur der "Washington Post" war er maßgeblich an der Aufdeckung des Watergate-Skandals beteiligt, über den US-Präsident Richard Nixon stürzte: Nun ist Ben Bradlee im Alter von 93 Jahren gestorben.

US-Präsident Barack Obama würdigte die Leistungen Bradlees für den Journalismus, der für ihn "mehr als nur ein Beruf gewesen" sei. Vielmehr habe er ihn als ein "öffentliches Gut" begriffen, das wichtig für die Demokratie des Landes sei. Er habe Reporter dazu gebracht, "Geschichten zu erzählen, die erzählt werden mussten", erklärte Obama. "Diese haben uns geholfen, die Welt und einander ein bisschen besser zu verstehen."

Bradlee hatte die "Washington Post" von 1965 an 26 Jahre lang geleitet. Zusammen mit seinen Reportern deckte er den Watergate-Skandal auf, der 1974 zum Sturz des damaligen US-Präsidenten Richard Nixon führte. Für die Watergate-Berichterstattung war die "Washington Post" einst mit dem renommierten Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden. Der Skandal wurde außerdem in einem Roman aufgegriffen und verfilmt.

Chefredakteur der Washington Post Ben Bradlee(re) mit Journalist Bob Woodward (Foto: ap)

Watergate-Enthüller unter sich: Ben Bradlee (re.) und Bob Woodward

Begonnen hatte die Affäre, als fünf Männer in die Wahlkampfzentrale der Demokraten einbrachen, um sie zu verwanzen. Ihre Spur führte bis zum Präsidenten selbst. Die beiden Reporter Carl Bernstein und Bob Woodward deckten mit Hilfe einer "Deep Throat" genannten Informationsquelle die Vertuschungsmanöver Nixons auf.

Journalist mit dem Mut einer Armee

Bernstein und Woodward veröffentlichten eine gemeinsame Erklärung zum Tod ihres früheren Chefs: Bradlee sei ein "wahrer Freund" und ein Anführer in der Branche gewesen. "Sein einziges unnachgiebiges Prinzip war die Suche nach der Wahrheit", erklärten sie. Der Mann habe den "Mut einer ganzen Armee" gehabt. Der damalige Verleger Donald Graham würdigte Bradlee als "besten US-Chefredakteur seiner Zeit".

Bradlee wurde 1921 in Boston geboren und studierte an der renommierten Harvard-Universität. Für die "Washington Post" und die "Newsweek" arbeitete er unter anderem als Reporter und wurde in dieser Zeit ein Freund des früheren US-Präsidenten John F. Kennedy. Im Jahr 1968 übernahm er als Chefredakteur die Geschicke der "Washington Post", die er zu einer der führenden Zeitungen der Welt formte - und zu einer der am häufigsten ausgezeichneten: Vor seinem Amtsantritt hatte die Zeitung insgesamt nur vier Pulitzer-Preise gewonnen. Unter seiner Verantwortung kamen 17 weitere dazu. Den Posten gab er 1991 ab, blieb aber Vizepräsident der Zeitung.

re/se (afp, rtr, dpa, tagesschau.de)

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