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Pressemitteilungen

Ledum Mitee: Zunehmende Gewalt in Nigeria auf wachsende Unzufriedenheit zurückzuführen

Vorsitzender der "Bewegung für das Überleben der Ogoni" im Interview von DW-RADIO

Der Vorsitzende der nigerianischen "Bewegung für das Überleben der Ogoni" (MOSOP), Ledum Mitee, führt die starke Zunahme der Gewalttaten in seinem Land auf die wachsende Unzufriedenheit der Bevölkerung mit den politischen Verhältnissen zurück. In einem Interview des Hausa-Programms von DW-RADIO sagte der Bürgerrechtler: "Die Demokratie funktioniert nach wie vor nicht in Nigeria. Politiker auf der lokalen Ebene und in den Bundesstaaten fühlen sich dem Volk gegenüber nicht verantwortlich, denn sie sind ja nicht von ihren Wählern ins Amt befördert worden. Sie fühlen sich nur demgegenüber verantwortlich, dem sie ihr Amt verdanken: dem jeweiligen Gouverneur und dem Staatspräsidenten."

Entsprechend würden auch die Gelder aus der Ölförderung, die ins Niger-Delta zurückfließen, verteilt und letztlich nicht der Bevölkerung zugute kommen. Die Ölkonzerne würden gut bezahlte Positionen "vor allem an Ausländer geben". Darüber hinaus gingen lukrative Wirtschaftsaufträge an Unterneh-men und Personen, "die sich meistens außerhalb des Deltas befinden, so dass das Geld gleich wieder abfließt", übte Mitee Kritik an der wirtschaftlichen Entwicklung im Süden Nigerias, wo sich ein Großteil der Förderanlagen internationaler Ölkonzerne befindet. Nigeria gilt als achtgrößter Ölexporteur der Welt mit einem täglichen Fördervolumen von rund zwei Millionen Barrel.

Die von dem 1995 hingerichteten Bürgerrechtler Ken Saro-Wiwa gegründete Bewegung MOSOP steht für einen gewaltfreien Kampf gegen Umwelt-verschmutzung in der Ölförderregion Nigerias. Ihre Vertreter fordern einen höheren Anteil an den Öleinnahmen für das Nigerdelta, dessen Bewohner "nach wie vor in krasser Armut leben, obwohl Milliarden US-Dollar von der Bundesebene in die dortigen Bundesstaaten fließen", so Ledum Mitee in der Deutschen Welle.

Einen weiteren Grund für die Gewaltakte der jüngsten Zeit sieht er in den für 2007 geplanten Kommunal-, Parlaments- und Präsidentschaftswahlen. Die Vorbereitungen auf den Wahlkampf, insbesondere die Debatte über eine mögliche Verfassungsänderung zugunsten einer dritten Amtszeit von Präsident Olusegun Obasanjo, haben die politische Atmosphäre in Nigeria aufgeheizt.
21. April 2006
134/06

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