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Filme

Lebte lang und in Frieden: "Mr. Spock"

Halb Mensch, halb Vulkanier: Diese Rolle machte Leonard Nimoy weltberühmt. Nun ist er tot. Die Fans verabschieden sich mit vulkanischem Gruß von "Mr. Spock", der sich auch auf Erden für Frieden einsetzte.

In der Serie "Star Trek" spielte er die Rolle seines Lebens: Leonard Nimoy überzeugte als der spitzohrige Halbvulkanier, der als Erster Offizier des Raumschiffs Enterprise nüchterne Analysen der Lage abgab – mit der unverkennbaren erhobenen Augenbraue. "Mr. Spock" wurde zur beliebtesten Figur der Serie.

Der Sohn jüdisch-orthodoxer, jiddisch sprechender Einwanderer aus der Ukraine begann seine Karriere als Kinderdarsteller in seiner Geburtsstadt Boston. Als erwachsener Darsteller bekam Nimoy seine erste kleine Rolle 1951 in dem Film "Queen for a Day". Danach ging er aber zur Army, die er 1955 im Rang eines Sergeants verließ. Er kehrte wieder zur Schauspielerei zurück, bekam erst nur unbedeutende Rollen im Fernsehen und an verschiedenen Bühnen.

Die Sorge um den galaktischen Frieden

Dann kam die Rolle, für die ihn Star-Trek-Fans immer in Erinnerung behalten werden: Mr. Spock in der Science-Fiction-Serie "Star Trek", die 1966 anlief. Von "Star Trek" – im deutschen TV "Raumschiff Enterprise" – wurden 79 Folgen produziert. Das Raumschiff kreuzte im Auftrag des Staatenbundes "United Federation of Planets" durch das All, um den galaktischen Frieden zu garantieren und unbekannte Gebiete des Universums zu erkunden. Die beiden Hauptpersonen Kapitän Kirk (dargestellt von William Shatner) und Spock personifizierten den ewigen Kampf von Emotion gegen Rationalität. Mangels guter Einschaltquoten wurde die Serie 1969 gestoppt, die Wiederholungen laufen aber bis heute in mehr als 100 Ländern. Auch Kinofilme hat es gegeben, bei denen Nimoy zum Teil als Regisseur, Drehbuchautor und Produzent tätig war. Weitere Serien mit anderen Besatzungen folgten.

Leonard Nimoy im Jahre 1991 zusammen mit Darstellerin Kim Cattrall, heute bekannt aus der Serie Sex and the City

Leonard Nimoy im Jahre 1991 zusammen mit Darstellerin Kim Cattrall, heute bekannt aus der Serie "Sex and the City"

Die 79 Ur-Episoden von "Star Trek" sind inzwischen Teil der US-Kulturgeschichte geworden. Im Nationalen Raumfahrtmuseum, dem "Smithsonian Institut" in Washington, steht ein Modell der "Enterprise" neben der Apollo-11-Kapsel und Lindberghs Atlantikflieger "Spirit of St. Louis". Auf Bitten der "Star Trek"-Fans, so genannten Trekkies, wurde das erste US-Space-Shuttle auf den Namen "Enterprise" getauft.

"I am not Spock"

Mr. Spock blieb die Rolle seines Lebens. Auch, wenn Nimoy 1982 eine Emmy-Nominierung als bester Nebendarsteller in einer Golda-Meir-Biographie erhielt. Bereits während der "Star Trek"-Dreharbeiten brachte Nimoy 1967 seine erste Schallplatte auf den Markt: "Leonard Nimoy presents Mr. Spock's Music from Outer Space". Auch in den Folgejahren veröffentlichte er erfolgreich Musikalben, teils mit Star-Trek-Songs, teils mit Coverversionen aktueller Titel. 1977 schrieb er seine Autobiographie: "I am not Spock". Der Titel besorgte die Fans, weil sie glaubten, Nimoy wolle sich von der Figur des Spock distanzieren. 1995 befriedigte er die Erwartungen der Fan-Gemeinde mit seiner zweiten Autobiographie mit dem Titel "I am Spock".

Engagement für den irdischen Frieden

Leonard Nimoy

Leonard Nimoy war vielseitig

Nimoy befasste sich im Lauf der Jahre nicht nur mit dem "Star Trek"-Universum. Auch politisch war er engagiert. Im Nahost-Konflikt sprach er sich 2011 für eine Zwei-Staaten-Lösung aus. In einem Offenen Brief verwies er unter anderem auf die "Star Trek"-Episode "Let That Be Your Last Battlefield" (deutsch: "Bele jagt Lokai") von 1969. Darin bekämpfen sich ein schwarz-weißer Mutant vom Planeten Cheron und ein weiß-schwarzer Gegenspieler im Namen ihrer historischen Identität. Das fiktive Drama zeige, dass ein Mythos zur Falle werden könne. Ein Kompromiss müsse durch Landtausch zu "zwei Staaten für zwei Nationen" führen, hatte Nimoy gefordert. Zudem engagierte er sich in der jüdischen Gemeinde und veröffentlichte Gedichtbände. 2002 erschien sein Buch "Shekhina", ein Fotoband, in dem er Frauenakte im Zusammenhang mit jüdischen Symbolen zeigte, was ihm heftige Kritik konservativer Kreise einbrachte. 2003 zog sich Nimoy von der Schauspielerei zurück.

Vulkanischer Abschiedsgruß tausender Fans

Die offizielle Star-Trek-Seite auf Facebook zählt rund 3,5 Millionen Likes. Über 2000 Kommentare wurden innerhalb von einem Tag nach Bekanntwerden seines Todes am 27.2.2015 auf der Seite gepostet. Die meisten Fans teilten ein Foto ihrer Hand, die den vulkanischen Gruß ausrichtet, der zum unverkennbaren Zeichen der Serie geworden ist. "Live long and prosper" ("Lebe lang und in Frieden") heißt es in etlichen Kommentaren, Worte, die meist zusammen mit dem vulkanischen Gruß gesagt werden und zeigen soll, dass Nimoy als Mr. Spock in den Herzen der Fans weiterleben wird.

Nimoy starb im Alter von 83 Jahren in seinem Haus in Los Angeles, wie sein Agent mitteilte. Die Zeitung "New York Times" berichtete unter Berufung auf seine Ehefrau, die Todesursache sei eine Lungenerkrankung im Endstadium gewesen.

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