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Aktuell Nahost

Lebenszeichen von IS-Führer im Internet

Die Terrormiliz IS hat eine Tonaufnahme veröffentlicht, von der behauptet wird, sie stamme von ihrem Anführer Al-Bagdadi: Tage nach Berichten darüber, der Dschhadisten-Führer sei getötet oder verletzt worden.

Nach Spekulationen über das Schicksal von Abu Bakr al-Bagdadi, dem Anführer der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS), hat dessen Organisation im Internet ein Audio veröffentlicht, in dem der IS-Chef zu hören sein soll. Ob in der 17 Minuten dauernden Tonaufnahme tatsächlich der selbsternannte Kalif spricht, ließ sich zunächst nicht bestätigen.

Tonaufnahme mit Drohungen an den Westen

In der über islamistische Internetseiten verbreiteten angeblichen Botschaft des IS-Führers soll dieser demnach seine Anhänger zum weiteren Widerstand gegen die "Kreuzfahrer" aufgerufen haben. Der Sprecher der Tonaufnahme kündigte weitere Eroberungszüge der IS-Miliz an. "Sie wird ihren Vormarsch nicht stoppen und ihn mit Allahs Segen weiter ausdehnen", heißt es darin - "bis sie Rom erreichen". Die Stimme auf dem Tonband ähnelte der in vorigen Aufnahmen Al-Bagdadis. Da er in der Rede zugleich eine Ausdehnung des "Islamischen Staates" auf Ägypten, Jemen, Libyen, Algerien und Saudi-Arabien verkündet, dürfte die Aufnahme frühestens am Sonntag entstanden sein. An diesem Tag hatte die ägyptische Terrorgruppe Ansar Beit al-Makdis dem IS die Treue geschworen. Den "US-geführten Feldzug" gegen den IS in Syrien und dem Irak nannte der Sprecher der Tonaufnahme gescheitert.

Getötet, verletzt oder putzmunter?

Die USA hatten am vergangenen Wochenende mitgeteilt, bei Luftangriffen nahe der irakischen Stadt Mossul sei ein Konvoi aus zehn gepanzerten Fahrzeugen zerstört worden. Der Angriff habe sich gegen ein "Treffen von IS-Anführern" gerichtet. Im Internet und in anderen Medien war daraufhin über eine Verletzung und sogar die mögliche Tötung Al-Bagdadis gemutmaßt worden. Ein Fernsehsender in Indien sowie die israelische Nachrichtenseite Israelhayom veröffentlichten ein Bild einer angeblichen Leiche, die Al-Bagdadi zeigen soll.

Sowohl Washington als auch irakische Geheimdienstvertreter betonten aber, dass es keine gesicherten Erkenntnisse über das Schicksal des Anführers der Extremistenorganisation IS gebe. Irakische Regierungsstellen und der Staatssender Irakija meldeten hingegen am Sonntag, Al-Bagdadi sei getroffen worden. Schon mehrfach war der Terror-Anführer fälschlich für tot erklärt worden.

USA: Kampf gegen IS wird lange dauern

Nach den Worten von US-Verteidigungsminister Chuck Hagel wird der Kampf der USA und ihrer Verbündeten gegen die IS-Terrormiliz lange andauern. Zwar gebe es nach Monaten Bombardement von IS-Stellungen im Irak und in Syrien Erfolge. Doch "es wird ein langer und schwieriger Kampf werden", sagte Hagel bei einer Kongressanhörung in Washington.

Vor allem der Kampf gegen die IS-Milizen in Syrien verlange Geduld. Es werde in Syrien keine rein militärische Lösung geben. Entscheidend sei dort die Stärkung einer gemäßigten Opposition. Das Regime von Präsident Baschar al-Assad habe jede Legitimation verloren. Hagel versicherte nochmals, dass es im Kampf gegen den IS weder im Irak noch in in Syrien US-Kampftruppen geben werde.

qu/uh (rtr, afp, dpa)