1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Nahost

Lebenszeichen von entführtem Deutschen im Jemen

Ein TV-Sender im Jemen sendet erstmals Bilder eines vor zwei Monaten entführten Deutschen. Die Kidnapper drohen, den anscheinend schwer kranken Mann an die Al Kaida zu verkaufen.

Der private Fernsehsender Al-Jemen Al-Jum sendete eine kurze Filmsequenz, die den Mann an der Seite eines mit einer Kalaschnikow bewaffneten Geiselnehmers zeigte. Der etwa 60 Jahre alte Mann bat nach Angaben des Reporters die deutsche und die jemenitische Regierung, sich für seine Freilassung einzusetzen. Er leide unter Lungenkrebs und müsse dringend medizinisch behandelt werden. Es sind die ersten Bilder des Mannes seit seiner Entführung am 31. Januar.

Der Deutsche trug auf den Bildern ein weißes Gewand und eine Sonnenbrille. Das kurze Video wurde vor der Garage eines im Bau befindlichen Hauses aufgenommen. Der Mann soll nach seiner

Entführung in Sanaa

im Wadi Obeida in der Provinz Marib festgehalten werden. Das Auswärtige Amt teilte lediglich mit, dass der Krisenstab weiter mit dem Fall befasst sei. Angaben zur Identität des Entführten machte es nicht.

Entführer wollen Verwandte freipressen

Dem Sender Al-Jemen Al-Jum zufolge handelt es sich bei dem Kidnapper um ein Stammesmitglied mit dem Namen Ali Haridschiwan, der zwei im Jemen inhaftierte Verwandte freipressen wolle. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP verlangen die Entführer außerdem ein Lösegeld in Höhe von fünf Millionen Dollar (3,6 Millionen Euro).

Die Geiselnehmer drohen demnach damit, den Deutschen an das Terrornetzwerk Al-Kaida zu verkaufen. Der Entführer behauptete, seine Geisel sei ein "Geheimdienstoffizier". Deshalb habe ihm Al-Kaida viel Geld geboten - dem Vernehmen nach bis zu 14 Millionen Dollar.

Im Jemen werden immer wieder Menschen entführt. Meistens stecken Stämme dahinter, die von der Regierung Zugeständnisse erpressen wollen. Allerdings

bekannte sich auch das Terrornetzwerk Al-Kaida

in jüngster Zeit vermehrt zur Entführung von Ausländern.

mm/sc (afp, dpa)

Die Redaktion empfiehlt