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Politik

Lebenszeichen von deutscher Helferin in Afghanistan

Einen Tag nach der Entführung der Deutschen Christina M. in der afghanischen Hauptstadt Kabul gibt es ein Lebenszeichen der 31-Jährigen. Der Sender Tolo TV strahlte ein Video mit der Geisel und einem Entführer aus.

Polizisten stoppen Autor. Foto: Can Merey +++(c) dpa - Report+++

Polizisten haben bei der Suche nach der Entführten Straßenkontrollen errichtet

Christina M. las von einem Blatt ab, dass es ihr gut gehe und sie nicht bedroht werde. Sicherheitsexperten gingen am Sonntag (19.08.07) davon aus, dass es sich um die deutsche Geisel handelt. Einer der Entführer trat in dem Video vermummt auf und sagte, die Geiselnehmer gehörten nicht den Taliban an. Seine Gruppierung fordere die Freilassung "unschuldiger Gefangener" aus afghanischer Haft.

Grillimbiss von außen (AP Photo/Saurabh Das)

Aus diesem Grillimbiss wurde die Deutsche entführt

Bitte an Regierung

Christina M. war am Samstag vor den Augen ihres deutschen Ehemannes von vier Bewaffneten aus einem Schnellimbiss in Kabul gezerrt worden - genau einen Monat nach der Entführung des deutschen Bauingenieurs Rudolf B. in Afghanistan. M. ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur dpa schwanger.

Die Entführte bat die Bundesregierung in der verlesenen Botschaft um Hilfe und darum, alles für ihre Freilassung zu unternehmen. Christina M., die ein Kopftuch trug, identifizierte sich durch Nennung ihres Namens und der Namen von Angehörigen. Sie hielt Personal- und Dienstausweis der Hilfsorganisation ora international, für die sie in Kabul arbeitet, in die Kamera. Unklar blieb, wann das Video aufgezeichnet wurde.

Der Entführer, der vermummt war und eine Sonnenbrille trug, sagte, man tue alles für die Sicherheit der Geisel. Er sprach in der Landessprache Dari. Christina M. identifizierte sich auf Englisch und verlas die Botschaft auf Dari. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes sagte nach der Ausstrahlung: "Der Krisenstab wertet das Video sorgfältig aus."

Die sofort eingeleitete Großfahndung blieb ohne Erfolg. Die Polizei vermutete die Frau, die nach Angaben von ora international aus Süddeutschland stammt, und ihre Geiselnehmer am Sonntag noch in Kabul. Im Westen der Hauptstadt durchsuchten die Beamten Häuser, sagte der Chefermittler der Kabuler Polizei, Alishah Paktiawal, der dpa. Auf den Ausfallstraßen aus Kabul wurden Straßensperren errichtet. "Wir kontrollieren jedes einzelne Auto", sagte Polizeimajor Shah Agha Noori der dpa an der Straßensperre auf der wichtigen Ausfallstraße nach Ghasni.

Polizisten blicken unter Burka

Die Polizisten sprächen verschleierte Frauen in den Landessprachen Dari oder Paschtu an, um sicherzugehen, dass es sich nicht um die Deutsche handele, sagte Noori. Im Zweifelsfall würden Frauen entgegen der strengen muslimischen Sitten von den Beamten aufgefordert, ihr Gesicht unter der Burka - dem in Afghanistan verbreiteten Vollschleier - zu zeigen. Die Beamten liefen außerdem Fußpatrouillen, um eine Flucht abseits der Straßen zu verhindern.

Unmittelbar nach der Entführung wurde eine Polizeipatrouille auf die Tat aufmerksam. Bei der anschließenden Verfolgungsjagd erschossen die Beamten nach Polizeiangaben versehentlich einen Taxifahrer.

Hoffnungen auf eine Freilassung des am 18. Juli verschleppten deutschen Bauingenieurs Rudolf B. bestätigten sich nicht. Am Donnerstag hatte es aus gut informierter Quelle geheißen, der Fall habe eine positive Dynamik gewonnen. Beobachter hatten aber zugleich darauf verwiesen, dass gesicherte Prognosen über einen Zeitpunkt der Freilassung nicht möglich seien.

Angriff Pakistans im Grenzgebiet

Pakistanische Sicherheitskräfte haben bei einem Angriff auf Stellungen radikal-islamischer Kämpfer im Grenzgebiet zu Afghanistan am Sonntagmorgen zwölf Extremisten getötet. Militärsprecher Wahid Arshad sagte, zehn Aufständische stammten aus Usbekistan. Nach Angaben des Sprechers wurden die beiden Verstecke im halbautonomen Stammesgebiet Nord-Waziristan von den Extremisten als Basen für Angriffe auf pakistanische Sicherheitskräfte sowie als Bombenwerkstätten genutzt.

Medienberichte über zivile Opfer des Hubschrauber-Einsatzes wies Arshad zurück. Der pakistanischen Fernsehsender Geo TV hatte gemeldet, dass ein Querschläger das Haus einer Familie zerstört habe. Dabei seien fünf Menschen getötet worden, darunter zwei Kinder. Arshad räumte jedoch ein, dass zwei Frauen und ein Mann ums Leben gekommen seien, die für die Extremisten gearbeitet hätten. (mas)

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