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Europa

Lebenslanges Lernen für alle

Vor Spitzenleistungen in der Forschung kommt eine gute Schulbildung, möglichst für alle. Die EU-Bildungsminister wollen daher neue Zielvorgaben für Schulen und Universitäten vorschreiben.

Schule in Köln; Foto: Oliver Berg dpa/lnw

Bildung soll in Europa noch vielfältiger werden. Zum Beispiel mit Türkisch-Unterricht in Deutschland.

Die Europäische Union sieht Bildungschancen als eine Frage sozialer Gerechtigkeit, aber auch als einen Standortfaktor. Deshalb ist es kein Zufall, dass sich auch der Kommissar für Industriepolitik mit dem Thema beschäftigt. Bereits 2006 forderte Günter Verheugen die Staaten zu mehr Anstrengungen auf. Damals forderte er die EU-Mitgliedsstaaten auf, ihre Bildungssysteme zu reformieren, um die Menschen besser auf Zukunftschancen vorzubereiten. "Es hilft nichts, wir brauchen mehr und besser ausgebildete Menschen in Europa."

Erfolge und Misserfolge

Grundschule in Erfurt, Quelle: (AP Photo/Jens Meyer)

Gerade am Anfang der Schulkarriere entscheidet sich der spätere berufliche Erfolg. Vor allem für ärmere Kinder.

Diese Vorbereitung sollte nach Meinung von Fachleuten so früh wie möglich beginnen, nämlich schon im Kindergarten- und Vorschulalter. 87 Prozent der Vierjährigen waren es im EU-Durchschnitt 2006. Die Bildungsminister wollen diese Zahl bis 2020 auf 90 Prozent steigern. Das scheint realistisch. Doch bereits hier trennen sich laut einer Untersuchung der EU die Wege: Es fehlten bei den vorschulischen Bildungsangeboten gerade die Kinder aus ärmeren Schichten, was ihre späteren beruflichen Chancen noch weiter schmälert.

Von anderen bildungspolitischen Zielen scheint die EU dagegen noch weit entfernt zu sein. 2006 hatte zum Beispiel fast jeder vierte 15-Jährige eine Leseschwäche. Eigentlich wollte die EU diesen Wert deutlich reduzieren. Und auch das Ziel, dass in gut zehn Jahren 80 Prozent der Sekundarschüler mindestens zwei Fremdsprachen sprechen sollen, dürfte reines Wunschdenken sein.

Investitionen in Bildung zahlen sich aus

Die EU hat die Parole des "lebenslangen Lernens" ausgegeben. Doch nach EU-Bildungskommissar Ján Figel werden die Lehrer dabei oft vergessen. "Man muss bei den Lehrern anfangen. Wenn man die Lehrer vergisst - wer soll dann lebenslanges Lernen in die Klassenzimmer bringen?"

Senior vor Computer; Foto: Alexander Rüsche dpa/lnw

Auch im Alter hat man noch nicht ausgelernt.

Zwar ist den Bildungsministern bewusst, dass gute Bildung Geld kostet. Bei den angespannten öffentlichen Haushalten ist die Forderung nach mehr Geld aber nicht ganz einfach. Trotzdem glauben die Minister, die besseren Argumente auf ihrer Seite zu haben. Und auch EU-Kommissar Figel ist auf ihrer Seite. "Ohne diesen Beitrag, ohne dieses Bewusstsein, ohne eine zentrale Bedeutung bildungspolitischer Fragen in der Europapolitik können wir nicht vorankommen mit dem Ziel einer wissensbasierten Wirtschaft. Mehr und bessere Arbeitsplätze ohne bessere Bildung ist eine Illusion", betont er.

Die Botschaft der Minister und der Kommission ist daher: Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten muss in Bildung investiert werden. Denn dieses Geld wirft langfristig die vielleicht sicherste Rendite aller Anlageformen ab.

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