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Sport-News

Lebenslange Sperre für Ex-FIFA-Vize Webb?

Die FIFA-Ethikkommission eröffnet ein formelles Verfahren gegen Jeffrey Webb. Grundlage ist der Schlussbericht der Untersuchungskammer des Fußball-Weltverbandes. Auch ein Geständnis liegt offenbar vor.

In dem Bericht wird eine lebenslange Sperre für den bereits an die USA ausgelieferten Ex-Verbandschef und früheren FIFA-Vizepräsidenten Webb gefordert. Am 23. November 2015 hatte er sich vor dem US-Bezirksgericht Eastern District in New York in einem Fall der Verabredung zum organisierten Verbrechen, in drei Fällen der Verabredung zum elektronischen Datenbetrug sowie in drei Fällen der Verabredung zur Geldwäsche für schuldig erklärt.

Dem Geständnis zufolge sagt er: "Ich habe meine Position genutzt, um Bestechungs- und Schmiergelder für meinen persönlichen Vorteil zu erhalten." Bei der Vermarktung von TV-Rechten habe er Zahlungen von einer Sportmarketing-Agentur angenommen und sich bereichern wollen. "Ich bereue meine Beteiligung an diesem illegalen Verhalten zutiefst", erklärte Webb.

Webb gilt als Schlüsselfigur

Im Laufe des aktuellen rechtsprechenden Verfahrens hat Ex-CONCACAF-Präsident Webb nun die Möglichkeit, zum Schlussbericht der Untersuchungskammer eine Stellungnahme samt Beweismitteln einzureichen und eine Verhandlung zu beantragen.

Webb war am 27. Mai in der Schweiz festgenommen und an die USA ausgeliefert worden. Der Fußball-Weltverband fordert Millionen von ihm zurück. Der Funktionär von den Kaimaninseln gilt als Schlüsselfigur im Korruptionsskandal, der letztlich zum Rückzug von Joseph Blatter an der FIFA-Spitze führte.

17 Jahre lang Bestechungszahlungen ermöglicht

Webb ist nur einer von mehreren Fällen: Der argentinische Geschäftsmann Alejandro Burzaco gestand, bereits 2005 von Bestechungszahlungen an Fußball-Funktionäre in seiner Sportmarketing-Agentur erfahren zu haben. Er habe eine aktive Rolle bei den Bestechungen eingenommen, erklärte Burzaco.

Der Brasilianer José Margulies gab zu zwischen 1991 und 2007 Bestechungszahlungen an Funktionäre von Südamerikas Fußball-Verband CONMEBOL möglich gemacht zu haben. "Ich bereue die Probleme, die ich meiner Familie, der Welt des Fußballs und den Vereinigten Staaten bereitet habe."

jhr, jk (sid/dpa)