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Aktuell Nahost

Lebenslang für Hamas-Mitglied wegen Mord an drei Israelis

Dreimal lebenslange Haft: So lautet das Urteil des israelischen Gerichts gegen den palästinensischen Drahtzieher der Morde an drei jüdischen Religionsschülern. Die Tat hatte im Sommer zum Gazakrieg geführt.

Das israelische Militärgericht hatte den aus Hebron im palästinensischen Westjordanland stammenden Hussam Kawasme Mitte vergangener Woche für schuldig befunden, an der Entführung und Ermordung der drei Religionsschüler Mitte Juni beteiligt gewesen zu sein. Jetzt verkündeten die Richter in Ofer bei Ramallah das Strafmaß.

75 Jahre Gefängnis und Schmerzensgeld

Danach verurteilte das Gericht den Aktivisten der radikalislamischen Hamas zu 75 Jahren Gefängnis. Kawasme muss zudem an die Familien der drei Opfer insgesamt 750.000 Schekel (rund 160.000 Euro) Schmerzensgeld zahlen. Laut dem Urteil war er für die Planung und Finanzierung der Morde verantwortlich gewesen.

Israelis halten Fotos der drei ermordeten Jugendlichen hoch (Archivfoto vom 29. Juni: Getty)

Israelis halten Fotos der drei ermordeten Jugendlichen hoch (Archivfoto vom 29. Juni)

Der Palästinenser war im August verhaftet worden. Er soll ein Geständnis abgelegt haben. Zwei weitere mutmaßliche Täter, Marwan Kawasme und Amer Abu Aischa, die ebenfalls der Hamas angehörten, wurden im September bei einem Gefecht mit israelischen Soldaten getötet, wie das Militär seinerzeit mitgeteilt hatte.

Die drei israelischen Jugendlichen im Alter von 16 bis 19 Jahren waren am 12. Juni südlich von Jerusalem per Anhalter unterwegs. Sie wurden erschossen. Ihre Leichen wurden 18 Tage später unter Steinen versteckt nördlich von Hebron entdeckt.

Wohl aus Rache verschleppten drei Israelis im Juli in Jerusalem einen palästinensischen Jugendlichen und lynchten ihn. Die Israelis sind wegen Mordes angeklagt.

Die beiden mutmaßlichen Mittäter: Marwan Kawasme (l.) und Amer Abu Aischa (Foto: rtr)

Die beiden mutmaßlichen Mittäter: Marwan Kawasme (l.) und Amer Abu Aischa

Morde gipfeln in Gazakrieg

Der Tod des jungen Palästinensers und die massiven Razzien und Verhaftungswellen gegen mutmaßliche Hamas-Aktivisten durch die israelische Armee führten zu heftigen Spannungen und Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten. Militante Palästinenser intensivierten zudem ihren seit Monaten anhaltenden Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen auf Israel. Darauf reagierte die israelische Führung mit einem massiven Militäreinsatz. In dem sieben Wochen dauernden Gazakrieg im Juli und August wurden nach Angaben der palästinensischen Regierung mehr als 2100 Palästinenser getötet, die meisten von ihnen waren Zivilisten. Israel registrierte 67 getötete Soldaten und sechs getötete Zivilisten.

se/sti (rtr, afp, dpa)

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