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Aktuell Asien

Lebenslang für Chinas "Schmugglerkönig"

Ein Gericht in China hat den sogenannten Schmugglerkönig zu lebenslanger Haft verurteilt. Lai Changxing stand im Mittelpunkt eines der größten Korruptionsskandale in der Volksrepublik.

Wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur  Xinhua meldete, hat Lai Changxing in der zweiten Hälfte der 90er Jahren Autos, Zigaretten, Chemikalien, Textilien und andere Waren im Wert von 27 Milliarden Yuan, umgerechnet 3,3 Milliarden Euro, geschmuggelt. Dem Zoll seien dadurch rund 14 Milliarden Yuan, umgerechnet 1,7 Milliarden Euro, entgangen.

Behördenvertreter mit Millionen bestochen

Die Schmugglerbande habe, so Xinhua weiter, 64 Behördenvertreter mit umgerechnet fast fünf Millionen Euro bestochen, um bei ihren kriminellen Aktivitäten nicht behelligt zu werden. Nach Presseberichten sind nach dem Auffliegen des Schmugglerrings und der Aufdeckung des Korruptionsskandals insgesamt mehr als 300 Angeklagte, darunter Zollbeamte, Polizisten und hohe Funktionäre, verurteilt worden. Mehrere wurden zum Tode verurteilt und hingerichtet. Der ranghöchste Politiker, der über den Skandal stolperte, war Vizepolizeiminister Li Jishou. Er wurde im Oktober 2010 wegen Bestechlichkeit zum Tode verurteilt. Die Strafe wurde dann aber in lebenslange Haft umgewandelt.

Flucht nach Kanada

Lai Changxing selbst gelang es, sich 1999 nach der Aufdeckung seines Syndikats über Hongkong nach Kanada abzusetzen. Dort wehrte sich der "Schmugglerkönig" unter Hinweis auf die ihm in der Volksrepublik drohende Todesstrafe und die nach seiner Darstellung angeblich politisch motivierten Vorwürfe jahrelang erfolgreich gegen seine Auslieferung. Nach einem zwölfjährigen Tauziehen wurde er aber im Juli vergangenen Jahres dann doch überstellt, nachdem China offenbar zugesagt hatte, dass er nicht zum Tode verurteilt werden würde.

Das Urteil gegen den heute 54-jährigen sollte als "klares Signal" gesehen werden, wie entschlossen China gegen Korruption und Verbrechen vorgehe, zitierte Xinhua einen namentlich nicht genannten Funktionär. Kriminelle würden verfolgt, "egal wie mächtig oder durchtrieben" sie seien.

wl/ml (dpa, afp)