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Lebenslänglich für Moussaoui

Zacarias Moussaoui wird nicht hingerichtet. Der im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September in den USA angeklagte Franzose wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.

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Zacarias Moussaoui in einem FBI-Foto vom August 2001

Die zwölf Geschworenen des Gerichts in Alexandria, Virginia, verzichteten nach siebentägigen Beratungen in ihrem am Mittwoch (3.5.) verkündeten Urteil auf die von der Staatsanwaltschaft beantragte Todesstrafe. Dies teilte ein Gerichtssprecher mit. Dem in Marokko geborenen 37-Jährigen wurde zur Last gelegt, dass er die Anschläge mit einer rechtzeitigen Aussage hätte verhindern können. Moussaoui war drei Wochen vor den Anschlägen festgenommen worden.

Die zwölf Geschworenen hatten darüber zu entscheiden, ob er zu einer lebenslangen Haft oder zum Tode verurteilt wird. Drei von ihnen kamen zu der Ansicht, dass Moussaoui kaum Kenntnisse über die Anschläge vom 11. September hatte. Drei beschrieben seine Rolle als gering, falls er überhaupt eine gehabt haben sollte.

Schuld stand fest

Im April vergangenen Jahres hatte der Angeklagte gestanden, sich an einer Verschwörung der Terrororganisation Al Kaida für eine Flugzeugentführung beteiligt zu haben. Seinen eigenen Angaben nach sollte Moussaoui ein Flugzeug in das Weiße Haus lenken. Der Wahrheitsgehalt seiner Geständnisse ist jedoch umstritten.

"Amerika, du hast verloren"

Die Verteidigung versuchte während des Prozesses, Moussaoui als schizophren darzustellen. Der Angeklagte lehnte aber jede Zusammenarbeit mit den Anwälten ab. Moussaoui rief, als er aus dem Gerichtssaal geführt wurde: "Amerika, du hast verloren. Ich habe gewonnen."

Frankreich nimmt zur Kenntnis

Das Urteil sei "das Ende dieses Falls, aber nicht des Kampfs gegen den Terror", erklärte US-Präsident George W. Bush in einer ersten Reaktion. Der französische Justizminister Pascal Clement erklärte, er nehme das "Urteil des unabhängigen Gerichts eines souveränen Staates zur Kenntnis". Er habe seinem US-Amtskollegen Alberto Gonzales im März Frankreichs Ablehnung der Todesstrafe deutlich gemacht. Jetzt werde er mit Außenminister Philippe Douste-Blazy weitere mögliche Initiativen besprechen, erklärte Clement in Paris.

Moussaoui ist bislang die einzige Person, die wegen der Anschläge vom 11. September in den USA angeklagt wurde.(sams)

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