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eSports

League of Legends vor Franchise-Einführung

Die chinesische Liga LPL kündigt an, den League of Legends-Wettbewerb in ein Franchise-System umzufunktionieren. Andere Ligen, wie die LCS, könnten diesem Beispiel folgen. Was bedeutet das für das professionelle LoL?

Die "League of Legends Championship Series", kurz LCS, ist die beste Liga in Europa und Nordamerika. Um dort mit dabei sein zu können, durchläuft man zunächst die Challenger Series, um entweder in die LCS aufzusteigen oder zurückgestuft zu werden auf einen Challenger Platz. Die Gründe für ein solches System sind offensichtlich, es etabliert einen stetigen Wechsel zwischen talentierten und weniger talentierten Teams und Spielern. Auf der anderen Seite bringt es Teams, die zurückgesetzt werden in Schwierigkeiten, da sie dadurch ihrer Sponsoren und somit auch wichtiges Einkommen verlieren.

Geld war für die Teameigentümer in den vergangenen Jahren eine ständige Sorge. Der schnelle Anstieg der Popularität des Spiels brachte steigende Gehälter mit sich, und von den Ligen selbst wurden die einzelnen Klubs wenig unterstützt.  Europäische - und nordamerikanische LCS-Team-Besitzer schrieben einen offenen Brief an RIOT, die Entwickler des Spiels, in dem es heißt: "RIOT will Partner die weiterhin immer mehr  Geld verlieren, mit der Hoffnung irgendwann Geld zu gewinnen, aber RIOT bietet keine Langzeit-Verpflichtung für irgendein Team an."

Sie legen zudem offen, dass RIOT jährlich mindestens 700.000 US-Dollar an die jeweiligen Teams aushändigen müsste, um zu kompensieren, dass sie ihre Ressourcen für die Ligen und für Spieler Gehälter verwenden, welche eigentlich mit einem Minimum von 100.000 US-Dollar zur Verfügung gestellt werden.

Alexandre "DrPuppet” Weber, Trainer von  "Aequlibritas eSports", beschreibt das Problem wie folgt: "Erst seit die Relegation ihre Arbeit einem Risiko aussetzt, haben die Teams Angst vor der Relegation. In der "Challenger Series" werden die Spiele nicht vor Publikum ausgetragen, es gibt wenig Reichweite für Sponsoren und es gibt keinen "Rettungsfonds" wie beispielsweise in den Deutschen Fußball Ligen, um die Degradierung zu kompensieren." Aus diesen Gründen, präferieren die Organisationen ein System, das ihnen ein stetiges Einkommen liefern kann: Franchising.

Franchising als neues Liga-Modell

Die Annäherung tendiert zu einem bekannten Konzept, wie man es aus nordamerikanischen Sportligen wie der NFL oder der NBA kennt. Zum jetzigen Zeitpunkt gehören die Liga-Plätze den Organisationen, die sie nur durch einen Abstieg verlieren können. Wenn es nach der chinesischen LPL ("League of Legends Pro League") geht, soll sich das in Zukunft ändern. Bei einer Einführung des Franchise-Systems, können die Organisationen sich einen festen Platz in der Liga buchen und diesen auch nicht mehr verlieren. In Europa ist dieses Konzept noch ausgeschlossen, aber in Nordamerika wird es für das nächste Jahr ernsthaft in Betracht gezogen.

Zum jetzigen Zeitpunkt befinden sich die Organisationen in einem ständigen Kampf um Sponsorengelder. Langzeit-Sponsorenverträge sind praktisch nicht existent. Mit Ausnahme der größten und stärksten Teams, ist keiner wirklich sicher vor einem Abstieg. Aus diesem Grund, bieten nur wenige Unternehmen ein Sponsoring für mehr als ein oder zwei Saisons an. Mit einem Franchise-Konzept könnte sich das alles ändern. Selbst das schwächste Team der Liga hätte dann einen festen Liga-Platz inne und könnte Monate und sogar Jahre im Voraus planen. Das würde die Finanzen vieler Clubs stabilisieren. In der "Challenger Series" würde es dann weniger darum gehen die vielversprechendsten Teams zu promoten, sondern vielmehr darum, dass die stärksten Spieler von LCS-Teams unter Vertrag genommen werden würden.

Wo bleibt der Wettkampf?

Beim Spielen in der LCS ging es nie darum, durch Siege Geld zu machen. Die gesamten Kosten, die beim Unterstützen eines Teams aufkommen, waren bisher immer höher als die Preisgelder. Stattdessen kämpften die Organisationen und Teams ums Überleben und einen Verbleib in der Liga. In finanzieller Hinsicht war das zwar beschwerlich, aber das Mitfiebern der Zuschauer, die den Auf- und Abstieg ihres Teams verfolgen konnten, wurde unterstützt. "Für mich ist der Kick, sich an die Spitze kämpfen zu müssen und die daraus resultierende Story Teil dieses Sports", erklärt Alexandre. Mit Franchising würde sich vieles ändern. In einer Liga zu spielen, in der die Platzierung keinen wirklichen Unterschied macht, bietet nicht wirklich einen Ansporn, sich zu verbessern. Zudem würde es den Einfluss der Unternehmen auf eine Handvoll limitieren. Die größte Macht eines Challenger Clubs wäre, ihre Spieler an eine höhere Organisation verkaufen und dann mit neuen unerfahrenen Spielern neu anzufangen. Sollte also die Challenger Series nicht mehr an Popularität gewinnt, gibt es nur sehr wenig, was die Beteiligten tun können, um zu expandieren.

In Bezug auf den Wettkampf, ist die Relegation kritisch. Organisationen wie "Misfits" oder "FlyQuest" würden ohne das Relegations-System im professionellen League of Legends nicht existieren. RIOT, die Entwickler des Spiels, müssen Möglichkeiten finden das Einkommen zu stabilisieren, indem sie den Erlös über die Ligen und Abteilungen hinaus verteilen. Wenn sie das nicht tun, könnte dem Wettbewerb erheblich Schaden zugefügt werden. Alexandre Weber kommt zu dem Schluss: "Bei den Bedingungen für Investitionen, ist Franchise verständlicherweise das beliebtere Investitions-Format für Organisationen. Nichtsdestotrotz habe ich die Sorge, dass es Einfluss auf den Wettbewerb haben könnte wenn Teams einen festen Platz in der Liga haben. Die Relegation aufzuheben ist nicht der richtige Schritt, die Lösung müsste eine Verbesserung des Ökosystems der Liga sein."