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Frankreich

Le Pen lässt FN-Vorsitz ruhen

Frankreichs Rechtsaußen-Kandidatin Marine Le Pen gilt nicht als Favoritin für die Stichwahl um das Präsidentenamt. Doch sie selbst gibt sich siegessicher, zumal sie nun "über den Parteiinteressen" stehen möchte.

Marine Le Pen hat vorübergehend den Vorsitz des rechtsextremen Front National (FN) niedergelegt, um sich auf ihre Präsidentschaftskandidatur zu konzentrieren. "Heute Abend bin ich nicht mehr FN-Chefin, ich bin Präsidentschaftskandidatin", sagte die 48-Jährige im TV-Sender France 2. Sie wolle "über den Parteiinteressen" stehen und in der Stichwahl möglichst viele Franzosen hinter sich vereinen - für ein "Programm der Hoffnung, des Wohlstands, der Sicherheit", so Le Pen.

"Beschützerin der Franzosen"

Ungeachtet jüngster Umfragen, wonach ihr Rivale Emmanuel Macron im zweiten Wahlgang mit mehr als 60 Prozent der Stimmen rechnen kann, gab sich Le Pen siegesgewiss: "Wir können gewinnen oder besser gesagt, wir werden gewinnen." Ihren Kontrahenten griff sie direkt an: "Weder bei dem Programm noch beim Verhalten von Herrn Macron lässt sich die geringste Liebe für Frankreich erkennen." Sich selbst stellte Le Pen als "Beschützerin der Franzosen" dar, die eine "Auflösung" des Landes verhindern wolle.

Emmanuel Macron (Reuters/B. Tessier)

Nach Ansicht von Demoskopen dürfte er der nächste Präsident werden: Emmanuel Macron

Macron hatte in der ersten Wahlrunde am Sonntag mit 24 Prozent die meisten Stimmen geholt, Le Pen kam auf 21,4 Prozent und damit Platz zwei. Der parteilose Reformpolitiker und die Rechtspopulistin dürften sich in den kommenden zwei Wochen einen harten Wahlkampf liefern. Am 3. Mai treten sie in einem TV-Duell gegeneinander an. Die Stichwahl am 7. Mai gilt dann auch als Richtungsentscheidung für Europa. Während Macron die Zusammenarbeit in der Europäischen Union stärken will, möchte Le Pen aus dem Euro und der EU aussteigen.

"Le Pen verhindern"

Der scheidende Präsident François Hollande appellierte an das französische Volk, eine Präsidentin Le Pen zu verhindern. "Ich werde Macron wählen", sagte der Sozialist. Die Spitze der konservativen Republikaner gab zwar keine direkte Empfehlung für den 39-Jährigen ab, rief aber ihre Anhänger dazu auf, Le Pen eine Niederlage zuzufügen.

wa/wo (dpa, afp, rtr)

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