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Aktuell Europa

Le Pen gegen Le Pen

Der französische Front National hat die Mitgliedschaft seines Gründers Jean-Marie Le Pen auf Eis gelegt. Das will sich Le Pen aber nicht gefallen lassen und macht mobil gegen seine Tochter und Nachfolgerin Marine.

Nach der Suspendierung seiner Mitgliedschaft in der rechtsextremen Front National (FN) hat sich deren früherer Vorsitzender Jean-Marie Le Pen gegen einen Wahlsieg seiner Tochter Marine bei der französischen Präsidentschaftswahl ausgesprochen. "Wenn derartige moralische Prinzipien den französischen Staat leiten sollten, wäre dies skandalös", sagte Jean-Marie Le Pen dem Radiosender Europe 1. Seiner Tochter Marine Le Pen warf er Verrat vor. Auf Nachfrage, ob er sich tatsächlich keinen Sieg seiner Tochter bei der Wahl 2017 wünsche, sagte er: "Im Moment nicht." Er denke nicht an die Rente, sondern er denke nun an Attacke, warnte er.

Der Front National hatte am Montag auf Betreiben von Marine Le Pen die Mitgliedschaft des Parteigründers und langjährigen Vorsitzenden ausgesetzt. In drei Monaten sollen die Parteimitglieder zudem entscheiden, ob ihm der Titel des Ehrenpräsidenten entzogen wird.

Le Pen leugnete erneut NS-Verbrechen

Hintergrund ist ein Interview des 86-Jährigen, in dem er zum wiederholten Mal die Gaskammern der NS-Konzentrationslager als "Detail" der Geschichte bezeichnet hatte. Wegen dieser Aussage war er bereits verurteilt worden. Auch jetzt hat die Staatsanwaltschaft wieder Vorermittlungen wegen Leugnung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufgenommen.

Le Pens Ausfälle sind schon lange eine politische Belastung für die Partei und seine Tochter, die ihm 2011 an der Parteispitze nachgefolgt war. Marine Le Pen versucht seit Jahren, dem FN ein bürgerliches Image zu verschaffen, ohne inhaltlich von Ausländer-, Europa- oder Islamfeindlichkeit abzurücken. Diese Strategie ging offenbar auf: So wurden die Rechtsextremen bei den Europawahlen vor einem Jahr mit rund 25 Prozent der Stimmen erstmals in ihrer Geschichte stärkste Kraft in Frankreich.

bri/as (AFP, Reuters)