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Fokus Osteuropa

Lawrow eröffnet russisches Verbindungsbüro im Kosovo

Im Vorfeld der Verhandlungen über den künftigen Status des Kosovo hat Russlands Außenminister Sergej Lawrow Pristina und Belgrad besucht. Dabei verdeutlichte er die Position Moskaus: Der Kreml setze auf Kompromisse.

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Außenminister Lawrow verdeutlichte die russische Position

Der russische Außenminister traf sich während seines dreistündigen Kosovo-Besuches mit dem Leiter der UN-Mission UNMIK, Søren Jessen Petersen, und dem Präsidenten des Kosovo, Ibrahim Rugova. Hauptthemen der Gespräche waren die bevorstehenden Verhandlungen über den künftigen staatsrechtlichen Status des Kosovo sowie die Rolle Russlands dabei.

Sergej Lawrow eröffnete während seines Pristina-Besuchs zudem ein russisches Verbindungsbüro. Ihm zufolge ist dies ein eindeutiges Zeichen für das Interesse seines Landes, einen Beitrag zu den Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft bei der Lösung der Kosovo-Frage und der Stabilisierung der Lage auf dem Balkan zu leisten.

Einvernehmliche Lösung gewünscht

„Wir haben beschlossen, den direkten Dialog zwischen Pristina und Belgrad zu unterstützen. Niemand außer diesen beiden Seiten kann diese Frage lösen. Allerdings wird die Erfüllung der geforderten Standards, für die sich Präsident Rugova einsetzt, ausschlaggebend sein“, so Lawrow. Alle sollten sich auf einander abstimmen und den Interessen der Ethnien, die im Kosovo leben und lebten, folgen.

Vor Pristina besuchte Lawrow Belgrad, wo er den offiziellen Vertretern Serbiens ebenfalls die Position Russlands darlegte, nach der für den endgültigen Kosovo-Status eine einvernehmliche und nicht aufoktroyierte Lösung gefunden werden muss.

Unterschiedliche Erwartungen an Moskau

Bekanntermaßen gehen die albanische und serbische Seite mit vollkommen unterschiedlichen Ausgangspositionen in die Verhandlungen. Die Verhandlungsgrundlage für das kosovarische Verhandlungsteam bildet die Unabhängigkeit des Kosovo und nichts darunter, dagegen bietet Belgrad dem Kosovo eine weitläufige Autonomie im Rahmen der Staatengemeinschaft Serbien und Montenegro.

In Anbetracht dessen, dass Russland einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat mit Vetorecht hat und Mitglied der Kontaktgruppe ist, wird dem Belgrad- und Pristina-Besuch Lawrows unmittelbar vor dem Beginn der Status-Verhandlungen hohe Bedeutung beigemessen. Serbien sieht Russland als traditionellen Bündnispartner und erwartet, dass es seine Interessen vertritt. Unterdessen ist dies für die Kosovo-Albaner eine zusätzliche Herausforderung, Russland davon zu überzeugen, dass es unerlässlich ist, den Willen der Mehrheit nach einem unabhängigen und souveränen Staat Kosovo zu achten. Präsident Rugova versicherte in diesem Zusammenhang dem russischen Außenminister, dass die Sicherheit und der Schutz aller Minderheiten im Kosovo gewährleistet werde.

Zulfija Jakupi, Pristina

DW-RADIO/Serbisch, 8.11.2005, Fokus Ost-Südost