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Aktuelles

Laut Krim-Regierung klare Mehrheit für Russland-Anschluss

Nach dem Referendum auf der Krim ist die Hälfte der Stimmen ausgezählt. Und am Ergebnis lässt die Wahlkommission nicht mehr rütteln: Mehr als 95 Prozent der Wähler hätten für die Abspaltung von der Ukraine gestimmt.

Video ansehen 03:17

Wie ist das Referendum zu bewerten?

Die Menschen auf der Schwarzmeerhalbinsel votierten nach Angaben der Regionalregierung mit einer überwältigenden Mehrheit für einen Beitritt zu Russland. Die Wahlbeteiligung habe bei 83 Prozent gelegen. Auch russische Fernsehsender berichteten von der nahezu einhelligen Zustimmung für die Eingliederung der ukrainischen Halbinsel in die Russische Föderation. Moskau hatte der Krim eine Aufnahme zugesichert, sollte sich die Bevölkerung für einen Beitritt zu Russland entscheiden.

Die Wahl hatte unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen stattgefunden. In der Krim-Hauptstadt Simferopol sprach Parlamentschef Wladimir Konstantinow von einem schicksalhaften Tag für die Zukunft der Republik. Die Ukraine und der Westen erkennen das Referendum nicht an.

Endergebnis am Montag

Der kremltreue Regierungschef der Krim, Sergej Aksjonow, sprach von einer "historischen" Entscheidung. Das Referendum werde "in die Geschichte eingehen". Er und andere Funktionäre des Krim-Parlaments hatten bereits vor Schließung der Wahllokale erklärt, dass sie damit rechnen, dass sich mehr als 80 Prozent der Wähler für einen Anschluss an Russland entscheiden. Mit dem Endergebnis ist spätestens am Montag zu rechnen. Zahlreiche ausländische Beobachter und Journalisten verfolgten die Abstimmung, die vor allem in Schulen organisiert wurde.

Die rund 1,8 Millionen Wahlberechtigten hatten zwei Optionen, die aber letztlich beide auf eine russische Kontrolle der Krim hinauslaufen. Für einen Verbleib der autonomen Halbinsel in der Ukraine konnte nicht votiert werden. Fast zwei Drittel der rund zwei Millionen Krim-Bewohner sind Russen. Die Minderheit der muslimischen Krim-Tataren hatte einen Boykott des Referendums angekündigt.

Vor dem Wahllokal in einer Oberschule in Simferopol standen Dutzende Menschen an. "Ich bin hierher gekommen an diesem Festtag und habe für die Krim und die Krimbewohner gestimmt", sagte ein Mann. "Und jetzt gehe ich in die Stadt zum Feiern." Eine junge Frau sagte: "Ich habe für Russland gestimmt. Darauf haben wir gewartet." Unklar ist, wie ab Montag die Kontrolle über die ukrainischen Militärstützpunkte auf der Krim geregelt wird und ob sich die Soldaten dem russischen Militär unterstellen.

Video ansehen 02:43

Rege Beteiligung am Referendum

22.000 Mann

Faktisch hat seit Wochen das russische Militär die Kontrolle über die Krim und seine Truppenstärke auf bis zu 22.000 Mann erhöht. Russland hat nach Angaben der ukrainischen Übergangsregierung zugesagt, die Blockade ukrainischer Militärstützpunkte auf der Halbinsel zu beenden. Die "Waffenruhe" gelte vorerst bis 21. März, sagte Verteidigungsminister Igor Tenjuch in Kiew. Die Vereinbarung sei von dem Kommandierenden der ukrainischen Seestreitkräfte, Sergej Gaiduk, und dem russischen Verteidigungsminister Sergej Schoigu erzielt worden. Eine Bestätigung von russischer Seite gab es zunächst nicht.

Aus der ostukrainischen Stadt Donezk wurde gemeldet, dass prorussische Demonstranten in das Hauptquartier der Sicherheitskräfte sowie das Büro des Staatsanwalts eingedrungen sind. Dabei stießen sie praktisch auf keinen Widerstand, wie ein AFP-Reporter berichtete. Die Demonstranten forderten die Freilassung des selbsternannten "Volksgouverneurs" der Region, Pawel Gubarew. Dieser war Anfang März festgenommen worden, nachdem er zusammen mit anderen pro-russischen Aktivisten den Sitz der Regionalregierung in Donezk gestürmt und sich selbst zum Gouverneur erklärt hatte.

qu/sti/ml (dpa, rtr, afp, ap)

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