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Welt

Lateinamerika plant neues Staatenbündnis

Die Staaten Lateinamerikas haben die Weichen für die Gründung einer neuen Union gestellt. Der Staatenbund soll im Gegensatz zur bereits bestehenden Organisation Amerikanischer Staaten weder die USA noch Kanada umfassen.

Die Teilnehmer des Gipfeltreffens der Rio-Gruppe posieren im mexikanischen Cancún (Foto: AP)

Cancún: Die CELC soll der Region ein neues Gesicht geben

Die Teilnehmer des Gipfeltreffens der Rio-Gruppe im mexikanischen Cancún vereinbarten haben die Bildung der Gemeinschaft Lateinamerikanischer und Karibischer Staaten (Comunidad de Estados Latinoamericanos y Caribeños) vereinbart. Die formelle Gründung der als CELC abgekürzten Organisation und die Einrichtung ihrer Organe soll zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen. Mit dem neuen Zusammenschluss wollen die Staaten Lateinamerikas und der Karibik künftig den Einfluss der USA in der Region eindämmen.

Gegengewicht zur OAS

Die neue Gemeinschaft solle "eine lateinamerikanische und karibische Identität festigen und weltweit repräsentieren", sagte der gastgebende mexikanische Präsident Felipe Calderón. Die CELC soll ein Gegengewicht zur Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) bilden, die ihren Satz in Washington hat und maßgeblich von den USA beeinflusst wird.

Der kubanische Staatschef Raúl Castro sprach von einer Initiative von "historischer Bedeutung". Die geplante Gründung der Länderorganisation könne aus seiner Sicht schnell umgesetzt werden. Der ebenfalls linksgerichtete Präsident von Venezuela, Hugo Chávez, hatte vorab erklärt, es gehe darum, "sich endgültig von der Vorherrschaft der USA auf dem Kontinent zu befreien".

USA begrüßen Pläne

Gleichwohl begrüßte die Regierung in Washington die Bildung der neuen Organisation. Fast alle Teilnehmer des Gipfels in Mexiko seien "feste Partner der Vereinigten Staaten", sagte der Sprecher des Außenministeriums, P. J. Crowley. Das Treffen in Mexiko stehe daher "im Einklang mit unseren Zielen für die Hemisphäre".

An dem Gipfel nahmen Delegationen aus 32 Staaten teil. Nicht vertreten war jedoch Honduras, weil die Wahl von Präsident Porfirio Lobo wegen der Entmachtung seines Vorgängers Manuel Zelaya umstritten ist. So wurde Lobo gar nicht erst eingeladen. Die Diskussion über die neue Staatenorganisation soll bei weiteren Gipfeltreffen in Venezuela 2011 und in Chile 2012 fortgesetzt werden.

Autorin: Pia Gram (apn, epd, dpa, afp)
Redaktion: Martin Schrader

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