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Last

Probleme sind eine seelische Belastung. Schwere Einkaufstüten sind eine körperliche Last. Im Leben hat jeder sein Päckchen zu tragen, sagt man. Und jeder kommt irgendwann an die Belastungsgrenze – nur der Lastesel nicht.

Sie werden auf uns zukommen. Lautlos und unsichtbar. Und wir werden sie spüren. Außerirdische Fabelwesen? Neue Krankheiten? Nein. Weder science fiction noch Schwarzmalerei.

Belastende Rotstiftpolitik

Was uns da alle erwartet sind die zusätzlichen Belastungen im Bereich des Gesundheitswesens, von den Renten sprechen wir erst gar nicht. Sicher. Man kann es bald nicht mehr hören, aber da Last und Belastung nicht ausschließlich mit Kürzungen, Einsparungen und dem was man "Rotstiftpolitik" nennt zu tun haben, könnten wir doch stichwortartig auch einmal diese beiden Begriffe unter die Lupe nehmen.

Zunächst einmal ist Last etwas ganz Konkretes. Sie ist gegenständlich und schwer. Meistens wenigstens. Last wird aufgeladen. Einem Menschen, einem Tier, da fällt uns der Lastesel ein, oder sie wird auf ein Fahrzeug geladen, einen Lastwagen zum Beispiel und dann wird sie getragen, geschleppt, weggefahren. Transportiert. Lasten werden bewegt.

Ballast abwerfen

Man stelle sich die Lastkräne in den Häfen vor, die ihre Last in den Bäuchen der Schiffe versenken; den Lastkähnen, falls es sich um Binnenschiffe handelt. Da wir gerade bei Schiffen sind: Ballast, ein Wort aus der Seemannssprache, bezeichnet jene Last, die dem Schiff Tiefgang, Gleichgewicht und damit optimale Wasserlage geben soll. Der Ballast ist wenn man so will wertlose Last, Sand, Eisenschrott und ähnliches.

Was es mit Ballastladungen genau auf sich hat, sollte am besten ein richtiger Seebär erklären; denn selbstverständlich ist ein Schiff auch ohne Ballast schwimmfähig und hat Tiefgang. Vielleicht heißt es auch deshalb ‚unnötiger Ballast’, aber da sind wir schon bei einer übertragenen Bedeutung. Eine unnötige Last abwerfen, sich einer Sache entledigen, einer Sache die belastet, das heißt Ballast abwerfen. Ganz wörtlich aber auch bei den Ballonfahrern, die um schneller Höhe zu gewinnen, Ballast abwerfen. Meistens werden kleine Sandsäcke entleert.

Ballast aufnehmen

Ballaststoffe ganz anderer Art, sind die, welche wir zusätzlich zu uns nehmen sollen, weil wir uns alle total falsch ernähren. Sagt die Werbung. "Kaum verwertbare Nahrungsbestandteile" - vermerkt dagegen das Wörterbuch. Aber nichts gegen Ballaststoffe. Wir brauchen sie.

Merkwürdig: Bisher haben wir kein einziges Mal das Wort ‚Gewicht’ verwendet und trotzdem ist völlig klar, dass Ballast und Last mit Gewicht nicht nur zu tun haben, sondern fast in eins gehen. Unter einer Last bricht auch der zäheste Lastesel zusammen, wenn sie zu schwer ist.

Grenzen der Belastbarkeit

Die weltberühmten Lastenträger bei den Himalayaexpeditionen, die Sherpas, können ungeheure Lasten schleppen, aber wenn die Belastung zu groß ist, wenn die Belastungsgrenze nicht nur erreicht sondern überschritten ist, dann brechen Menschen und Tiere zusammen; Maschinen versagen, der Lastarm des Krans kann abknicken und ihn zum Umstürzen bringen. Belastbarkeit hat eben ihre Grenzen und folglich ist nichts und niemand grenzenlos belastbar.

Außerdem: Last ist nicht gleich Last. Der eine verträgt beziehungsweise erträgt mehr, der andere weniger. Die eine und die andere ebenso. Wobei offenkundig manche Lasten und Belastungen von Frauen und Männern unterschiedlich wahrgenommen, getragen und ertragen werden. So gehen die Frauen mit der Belastung einer Trennung oft ganz anders um als Männer.

Die Last des Lebens

Beim Stichwort Trennung denkt man natürlich an Scheidung, an Gerichtsverhandlung und bei Gerichtsverhandlung an Belastungszeugen, die Zeugen der Anklage, und an Entlastungszeugen, die Zeugen der Verteidigung - wobei die einen wie die anderen in Strafprozessen und nicht bei Scheidungen eine Rolle spielen.

So sind wir endgültig bei den Belastungen psychischer Natur angekommen. Diese wiegen oft schwerer als alle anderen. Wahrscheinlich deshalb, weil sie unmittelbar in der Seele sitzen. Die so genannte gedrückte Stimmung, die depressive Verstimmung und die Depression selbst können durch Belastungen von außen entstehen. Schlimm genug. Wer aber gar erblich vorbelastet ist, hat es weit schwerer mit der Last auf der Seele. Die Last der Einsamkeit, die Last der Armut, ja sogar die ‚Last des Daseins’ das klingt gar nicht gut.

Biblische Lasten

Dagegen ist der Satz aus dem neuen Testament "Einer trage des andern Last", die zutiefst humane Aufforderung, das ins Werk zu setzen, was eine wahre Solidargemeinschaft zu großen Teilen ausmacht. Schön, wenn die Belastungen der Rotstiftpolitik auf allen Schultern lasten würden. Auch wenn das viele für lästig halten.

Fragen zum Text

Ein Lastesel ist …

1. eine Beleidigung für einen starken Menschen.

2. ein Tier, das viel tragen kann.

3. ein Esel, der nur Ballaststoffe zu sich nimmt.

Die Belastungsgrenze wird überschritten, wenn …

1. jemand sehr faul ist.

2. jemand zu viel trägt.

3. jemand viel schläft.

Jemand, der viele Probleme hat, ist … belastet.

1. seelisch

2. körperlich

3. gar nicht

Arbeitsauftrag

Spielen Sie in der Gruppe "Ich packe meinen Koffer"! Der erste Spieler nennt einen Gegenstand, den er in den Koffer hinein packt. Zum Beispiel: "Ich packe meinen Koffer und nehme eine Hose mit." Der, der als nächstes an der Reihe ist, nennt den Gegenstand, den der erste Spieler genannt hat, und fügt einen weiteren hinzu. Zum Beispiel: "Ich packe meinen Koffer und nehme eine Hose und eine Teekanne mit." Das Spiel ist zu Ende, wenn sich ein Spieler nicht mehr alle Gegenstände merken kann. Viel Spaß!

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