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USA

Las Vegas: Warum schoss Stephen Paddock?

Mindestens neun Minuten. So lange feuerte der 64-jährige Täter auf die Konzertbesucher in Las Vegas, bis die Polizei sein Hotelzimmer stürmte. Doch die Motive sind weiter unklar. Die Polizei vernimmt seine Freundin.

USA Massenmord in Las Vegas (Foto: Reuters/M. Blake)

Paddock hatte sich in ein Hotelzimmer im 32. Stock des berühmten "Mandalay Bay" eingemietet

Nach dem Blutbad bei einem Konzert in der US-Kasinometropole Las Vegas ist das Motiv des Todesschützen Stephen Paddock weiter unklar. Die Ermittler machten Fortschritte, hätten aber noch keine "vollständigen Antworten", sagte Bezirkssheriff Joseph Lombardo vor Journalisten. Wie er weiter bestätigte, laufen Gespräche mit der Freundin des Täters, die man auf den Philippinen ausfindig gemacht hatte. Die 62-jährige Marilou Danley sei demnach im September eingereist, sagte ein Sprecher der philippinischen Bundespolizei NBI. Die philippinischen Ermittler gingen Berichten nach, wonach sie dort eine Überweisung in Höhe von 100.000 Dollar (rund 85.000 Euro) von Paddock erhalten habe. Lombardo nannte Danley, die einen australischen Pass hat, eine "Person von Interesse". So bezeichnen Ermittler üblicherweise Menschen, von denen sie sich wichtige Informationen versprechen, die aber gegenwärtig nicht zwangsläufig als Tatverdächtige eingestuft werden. 

Die Australierin, die philippinische Wurzeln haben soll, wanderte vor rund 20 Jahren in die USA ein, um im Casino zu arbeiten. In Mesquite, dem Wohnort des 64-jährigen Todesschützen, soll Danley zusammen mit Paddock in einem Haus gelebt haben. Lombardo sagte weiter, er erwarte in den nächsten Stunden "wesentliche Informationen". Ob er sich dabei auf die Freundin bezog, blieb aber unklar. 

USA Joe Lombardo in Las Vegas (Reuters/Las Vegas Sun/S. Marcus)

Bezirkssheriff Joe Lombardo

Paddock hatte am Sonntagabend (Ortszeit) von seinem Hotelzimmer im 32. Stock des berühmten "Mandalay Bay" durch zwei Fenster auf die Besucher eines Country-Music-Konzerts gefeuert. 59 Menschen starben, rund 500 wurden verletzt. Der Schütze hatte sich nach offiziellen Angaben selber getötet, als die Polizei an seinem Hotelzimmer eintraf. Zuvor hatte er dem Sheriff zufolge neun Minuten lang auf die Menschenmenge beim Konzert geschossen. Andere Polizeiquellen sprachen von elf Minuten. Demzufolge verfügte der Schütze auch über Vorrichtungen, mit denen er seine Waffen halbautomatisch abfeuern konnte. 

Verbindungen zum IS?

Dass der Mann, ein pensionierter Buchhalter mit einer Leidenschaft für das Glücksspiel, Verbindungen zur Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) hatte, wird allgemein bezweifelt. Der IS hatte die Tat für sich reklamiert. US-Präsident Donald Trump verfügt nach eigenen Worten nicht über Hinweise auf eine Verbindung zwischen dem Todesschützen und der Dschihadistenmiliz. Auf die Frage eines Journalisten, ob er das Bekenntnis der Dschihadistengruppe für echt halte, sagte Trump am Dienstag an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One: "Ich habe keine Ahnung." Trump hat für Mittwoch einen Besuch in Las Vegas angekündigt. Er will sich mit Vertretern der Sicherheitskräfte und Angehörigen der Opfer treffen.

ml/ww (dpa, afp)

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