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Wirtschaft

Lanxess setzt sich hohe Ziele

Der Spezialchemiekonzern Lanxess aus Leverkusen schaltet nach dem Ende der weltweiten Rezession auf Wachstum. Vorstandschef Axel Heitmann setzt voll auf Innovation, sagte er im Gespräch mit DW-WORLD.DE

Axel Heitmann, Vorstandsvorsitzender des Spezialchemie-Konzerns Lanxess (Foto: dpa)

Lanxess-Vorstandsvorsitzender Axel Heitmann

DW-WORLD.DE: Herr Dr. Heitmann, seit der Gründung vor sechs Jahren, in einem schwierigen Umfeld und begleitet von großer Skepsis, ist es Lanxess gelungen, das Geschäftsergebnis um 80 Prozent zu steigern. Jetzt haben Sie eine weitere Steigerung um 80 Prozent für die nächsten fünf Jahre auf 1,4 Milliarden Euro angekündigt. Was macht Sie so optimistisch?

Axel Heitmann: Als wir starteten vor sechs Jahren haben wir große Anstrengungen unternommen, das Unternehmen völlig neu auszurichten. Wir haben uns auf Premium-Produkte, das heißt auf innovations- und technologiebasierte Produkte konzentriert. Wir haben uns gleichzeitig konsequent auf die Wachstumsmärkte fokussiert, ich spreche hier von den BRIC-Märkten, Brasilien, Russland, Indien und China. Wir haben heute eine globale Wettbewerbsfähigkeit erreicht in nahezu allen Standorten.

Auch Lanxess ist in der Rezession der vergangenen beiden Jahre stark gebeutelt worden, wird aber 2010 sein bislang stärkstes Jahr haben. Liegen Sie damit im Trend der weltweiten Erholung, zum Beispiel der Automobilindustrie, wo Sie für Reifen und andere Gummiteile der weltweit führende Zulieferer sind? Oder wachsen Sie stärker als das Umfeld?

Die Krise hat uns zweifellos stark zugesetzt. Aber wir haben sofort Maßnahmen ergriffen, um dagegen zu steuern. Wir haben unsere Kosten zurück genommen, wir haben uns ganz gezielt auf die niedrige Auftragslage eingestellt und das ist uns sehr gut bekommen. Wir sind bei Weitem nicht zu tief gefallen wie viele erwartet haben. Und jetzt sind wir sogar so weit gekommen, dass wir sogar ein weiteres Rekordjahr erzielen werden im Jahr 2010. Und das ist die beste Basis für unsere Wachstumsstory in den nächsten fünf Jahren.

Sie haben in der Krise überall gespart und gekürzt - nur nicht bei Forschung und Entwicklung. Zahlt sich das jetzt aus? Ist Lanxess heute stärker, robuster und zukunftsfähiger als vor der Krise? Gibt es dafür Beispiele?

Wir setzen ganz klar auf Innovation und Technologie. Dafür haben wir auch in der Krise unsere Budgets nicht zurückgefahren, im Gegenteil. Wir haben sie in der Krise sogar weiter gesteigert. Wir haben Mitarbeiter eingestellt, denn wir wollen ja unsere Produkte weiterentwickeln, gerade für die Wachstumsmärkte, gerade für die großen Trends hin zur grünen Mobilität, hin zur modernen Wasseraufbereitung, hin zu Ressourceneffizienz. Denn das ist ja etwas, was immer wichtiger wird in der Zukunft. Dafür haben wir Technologien, dafür sind wir aufgestellt und darauf setzen wir in den kommenden Jahren.

Gibt es Bereiche - oder einen besonders hervorstechenden Bereich - in dem es Ihnen gelingt, Ihr Geschäftsinteresse mit einer konkreten Verbesserung der Lebensumstände vieler bislang benachteiligter Menschen auf der Erde zu verknüpfen?

Wir setzen zum Beispiel ganz stark auf den Megatrend Wasser. Wasser ist bereits heute in den Emerging Markets knapp und wird noch viel knapper werden. Für den Bereich Wasser haben wir in den vergangenen Jahren ganz neue Technologien entwickelt. Wir sind kürzlich in eine neue Fertigungstechnologie für Membranenfiltration eingestiegen. Wir bauen dafür eine neue Anlage in Bitterfeld und wollen ja bereits Ende dieses Jahres, Anfang nächsten Jahres mit den ersten Produkten in den Märkten vertreten sein. Diese Produkte werden die Lebensqualität, gerade in den benachteiligten Regionen, deutlich verbessern können.

Dr. Claus Axel Heitmann ist Chemiker und begann sein Berufsleben bei der Bayer AG in Leverkusen. 1991 wurde er Leiter des Kautschuk-Standortes Bromsgrove der Bayer AG im Vereinigten Königreich. 1996 wechselte er zu Polymer Latex, einem Gemeinschaftsunternehmen der Bayer AG und der Degussa AG. Im September 2004 wurde er zum Vorstandvorsitzenden der Lanxess AG bestellt.

Das Gespräch führte Karl Zawadzky

Redaktion: Monika Lohmüller