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Sport

Langweilige Weltrekordflut

Bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Rom sahen die Zuschauer sechs Weltrekorde in zwölf Rennen – ein wahres Rekordfestival. Über die 4x100 Meter Freistil der Frauen fielen sogar in einem Lauf zwei Weltbestzeiten.

Die Hände zum Himmel: Die Niederländerin Heemskerk (li.) und Steffen (mi.) feiern ihre Weltrekorde (AP)

Die Niederländerin Heemskerk (li.) und Steffen (mi.) feiern ihre Weltrekorde

Spektakulär, sensationell, unfassbar – im 12. und letzten Rennen beim Auftakt der Beckenwettbewerbe bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Rom gab es keinen Weltrekord! Was war da los? Die US-Staffel holte sich den WM-Titel über 4x100 Meter Freistil einfach so – ohne Bestzeit. Das war nach einem kuriosen Schwimmtag am Ende die Überraschung, denn nach dem bis dahin Gesehenen, war man auf alles gefasst.

Wie auf einer Luftmatratze

In zwölf Rennen bekamen die Zuschauer in Rom sechs Weltrekorde geboten. Die Schwimmerinnen und Schwimmer pflügten durch´s Wasser, als lägen sie auf Luftmatratzen. Und irgendwie war es ja auch so. Die neuen Schwimmanzüge sind eben Wunderwaffen. Die Zeiten waren erschreckend – erschreckend schnell. Alte Weltrekorde wurden teilweise um zwei Sekunden übertroffen. Das sind im Schwimmen Welten.

Britta Steffen winkt in der Schwimmhalle ihren Fans zu (DPA)

Dauerlächeln: Auch Steffen feiert einen Weltrekord

Mittendrin im Rekordrausch waren auch die deutschen Schwimmer. Britta Steffen führte die Freistil-Staffel über 4x100 Meter als Startschwimmerin mit Weltrekord zu Silber." Das war ein tolles Rennen von uns allen," strahlte Steffen. Die Doppel-Olympiasiegerin schickte die Freistil-Staffel in 52,22 Sekunden mit Weltrekord auf den Weg. Daniela Samulski, Petra Dallmann und Daniela Schreiber sicherten am Ende in 3:31,83 Minuten und deutschem Rekord Silber hinter den Weltrekord (3:31,72) schwimmenden Niederländerinnen.

Biedermann feiert Weltrekord

Paul Biedermann holte mit Weltbestzeit sensationell Gold über 400 Meter Freistil: "Das war unglaublich. Für solche Momente lebt man", sagte Biedermann nach seinem Coup im neuen Anzug. "Fantastisch, diese Zeit hätte ich nie erwartet", schwärmte der 22-Jährige weiter. "Ich hatte nicht mal damit gerechnet, ins Finale zu kommen." Da hatte er sich positiv verrechnet: Im Finale ließ er in 3:40,07 Minuten seiner Konkurrenz im Spurt nicht den Hauch einer Chance. "Natürlich macht der Anzug viel aus, bestimmt zwei Sekunden. Aber jetzt freue ich mich erst einmal." Dabei sollten die 400 Meter nur die Generalprobe für die 200 Meter an diesem Montag (27.07.09) sein.

Paul Biedermann bejubelt noch im Wasser seinen WM-Sieg (AP)

Geballte Freude: Paul Biedermann ist einer von sechs Weltrekordlern

Damit nicht genug der Zauberleistungen: Hendrik Feldwehr zog in nationaler Bestzeit (59,15) in das Finale über 100 Meter Brust ein. Annika Mehlhorn verpasste über 100 Meter Schmetterling beim Weltrekord der erst 15 Jahre alten Schwedin Sarah Sjostrom (56,44 Sekunden) den Endlauf. Das kuriose dabei: Mehlhorn schwamm nicht etwa schlecht, im Gegenteil sie stellte zweimal deutsche Rekordzeit auf – im Vorlauf (58,04) und im Halbfinale (57,90).

Italien feiert Pellegrini

Federica Pellegrini hält sich noch im Wasser vor Freude eine Hand ins Gesicht (AP)

Konnte ihre Weltbestzeit kaum fassen: Federica Pellegrini

"Weltrekord", hieß es auch für die siegreiche Italienerin Federica Pellegrini, die mit einer Fabelzeit von 3:59,15 Minuten als erste Schwimmerin über 400 Meter Freistil unter der Vier-Minuten-Marke blieb. Über 200 Meter Lagen legte Ariana Kukors aus den USA im Halbfinale in 2:07,03 Minuten Weltrekord vor. Die Ungarin Katinka Hosszu schwamm über 200 Meter Lagen einen Europarekord.

Der erste Tag im Becken wurde gleich zum Rekordfestival und am Ende blieb Raum zu staunen: Trotz Wunderanzügen, der alte Weltrekord über die 4x100 Meter Freistil der Männer blieb bestehen. Spektakulär, sensationell, unfassbar…

(bw/cg/sid/dpa)

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