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Nachrichten

Langsam gesprochene Nachrichten – 31.01.2011

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KAIRO: Angesichts von Massenprotesten und drohender Anarchie in Ägypten hat Präsident Mubarak seinen neuen Ministerpräsidenten Schafik mit politischen Reformen beauftragt. Um das Vertrauen in die Wirtschaft des Landes wiederherzustellen seien Reformen der Verfassung und der Gesetzgebung nötig. Der Staatschef sprach sich auch für einen "Dialog mit allen Parteien" aus. Derweil machte sich in Kairo Friedensnobelpreisträger El Baradei zum politischen Wortführer der Opposition gegen den seit 30 Jahren autoritär regierenden Mubarak. Er ignorierte ein Hausverbot und hielt eine Rede vor Tausenden Demonstranten im Zentrum Kairos. Auch in der Nacht harrten mehrere hundert Mubarak-Gegner trotz der nochmals verlängerten Ausgangssperre in der Stadtmitte aus. Die dort stationierten Truppen gingen nicht gegen die Demonstranten vor.

BERLIN/KAIRO: Das Auswärtige Amt hat seine Reisehinweise für Ägypten verschärft und rät von Reisen in das nordafrikanische Land ab. Dies gelte insbesondere für Kairo, Alexandria und Suez sowie für die urbanen Zentren im Landesinneren und im Nildelta, heißt es in einem aktualisierten Reisehinweis. Dagegen sei die Lage in den Touristenzentren am Roten Meer derzeit ruhig. -- Am Montag verließen 140 Deutsche Kairo in Richtung Flughafen mit einem von der Botschaft organisierten Transport. Unterdessen startete von Frankfurt aus eine Sondermaschine der Lufthansa, um Menschen aus Ägypten auszufliegen.

BRÜSSEL: Über die Lage in Ägypten wird auch beim Treffen der EU-Außenminister beraten. Mit detaillierten Beschlüssen wird aber eher nicht gerechnet. Gegen den beim Volksaufstand in Tunesien gestürzten Machthaber Ben Ali sind hingegen Sanktionen verabredet. So sollen die Vermögenswerte Ben Alis eingefroren werden. Auch wollen die Ressortchefs die 2008 ausgesetzten Sanktionen gegen den weißrussischen Präsidenten Lukaschenko wieder in Kraft setzen. Sie umfassen das Einfrieren von Konten und Reiseverbote. Die EU reagiert damit auf Manipulationen bei der Wiederwahl Lukaschenkos im Dezember und auf Gewalt gegen die Opposition.

BERLIN: Wegen der kritischen Lage in Ägypten warnen in Deutschland Politiker zunehmend vor einer möglichen Machtübernahme durch islamische Fundamentalisten. Außenminister Westerwelle sagte im Deutschlandfunk, ein gewaltsames Vorgehen gegen die friedlichen Demonstrationen würde den Extremisten in die Hände spielen und gewaltbereite Islamisten und Fundamentalisten stärken. Der außenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Mißfelder, warnte in der Bild-Zeitung davor, dass Islamisten das Land in eine andere Richtung steuern könnten. Der Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Grünen, Trittin, sagte, je schneller Ägypten zu Demokratie und sauberer Regierung zurückfinde, umso schlechter seien die Chancen für Islamisten.

RANGUN: In Birma hat die Militärregierung nach mehr als zwei Jahrzehnten wieder eine streng kontrollierte Form des Parlamentarismus zugelassen. Die beiden Kammern des im November in umstrittenen Wahlen bestimmten Parlaments traten in der Hauptstadt Naypyitaw zusammen. Zugleich sollten auch 14 Regionalparlamente ihre konstituierende Sitzung abhalten. - Die von der Junta unterstützte Partei Union Solidarität und Entwicklung hatte die Wahl im November nach offiziellen Angaben mit 80 Prozent der Stimmen gewonnen. Beobachter beschrieben die Abstimmung als unfair und undemokratisch.

LONDON: Der für seine James-Bond-Titelmelodien international ausgezeichnete britische Komponist John Barry ist im Alter von 77 Jahren gestorben. Nach Medienberichten erlitt er einen Herzinfarkt. Barry hatte fünf Oscars und vier Grammys gewonnen. Zum Welthit war vor allem das Titellied von "Goldfinger" geworden, mit dem Shirley Bassey als Sängerin ihren größten Erfolg feierte. Auch in den Bond-Filmen "Moonraker" und "Diamantenfieber" interpretierte Bassey Barrys Kompositionen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Süden stellenweise dichte Wolken oder Hochnebel. Sonst verbreitet sonnig. Die Höchsttemperaturen bewegen sich zwischen minus vier und plus drei Grad.

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