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Nachrichten

Langsam gesprochene Nachrichten – 29.01.2011

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Samstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KAIRO: Ungeachtet der jüngsten Versprechen von Präsident Mubarak halten die Proteste in Ägypten an. In der Hauptstadt Kairo zogen laut Augenzeugen wieder hunderte Regierungsgegner durch die Straßen und forderten den Rücktritt des Staatschefs. Soldaten bezogen an Kreuzungen Position. Auch die Plünderungen gingen weiter. Der Zugang zum Mobilfunknetz wurde inzwischen teilweise wieder hergestellt. Der Internetzugang ist weiter gekappt. In Alexandria wurden nach Angaben eines Reporters des arabischen Senders El Dschasira 20 Leichname entdeckt. Damit würde sich die Zahl der Todesopfer der bislang schwersten Zusammenstöße vom Freitag auf 45 erhöhen.

DÜSSELDORF: Der deutsche Finanzminister Schäuble hat die Forderung der EU-Kommission kritisiert, den Krisenfonds für notleidende Euro-Länder von derzeit 750 Milliarden Euro weiter aufzustocken. Dem Magazin "Wirtschaftswoche" sagte er, es sei nicht sinnvoll, diese Frage isoliert aufzugreifen. Die Gesamtlösung müsse einen wirksameren Stabilitäts- und Wachstumspakt, eine bessere Abstimmung der Wirtschafts- und Finanzpolitik sowie eine höhere Wettbewerbsfähigkeit einzelner Mitgliedsstaaten einschließen.

DAVOS: Im Gegensatz zu den Europäern hat US-Finanzminister Geithner beim Weltwirtschaftsforum die deutliche Neuverschuldung für das laufende Jahr verteidigt. Er bekräftigte im schweizerischen Davos die Position der USA, dass Ausgabensenkungen erst nach einem Wirtschaftsaufschwung sinnvoll seien. "Schnelle und tiefe Einschnitte in die Staatsausgaben" seien nicht verantwortbar, die wirtschaftliche Erholung dürfe nicht abgewürgt werden, so Geithner. Unterdessen wurde bekannt, dass die US-Konjunktur 2010 so stark gewachsen sei wie seit fünf Jahren nicht mehr.

KABUL: Der Vize-Gouverneur der südafghanischen Provinz Kandahar ist bei einem Selbstmordanschlag getötet worden. Mehrere Menschen wurden verletzt, als der Täter mit seinem Motorrad das Auto des Politikers rammte und einen Sprengsatz zündete, wie die NATO und die Provinzregierung bestätigten. Der Anschlag erfolgte in der gleichnamigen Stadt Kandahar, die als Hochburg der radikal-islamischen Taliban gilt.

TEHERAN: Unter dem Vorwurf des Drogenhandels ist eine Iranerin, die auch die niederländische Staatsbürgerschaft besitzt, hingerichtet worden. Die 46-jährige sei gehängt worden, heißt es auf der Internetseite des Staatsfernsehens unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft von Teheran. Sie war im Dezember 2009 in der Hauptstadt festgenommen worden, nachdem sie sich an einer Demonstration gegen die Regierung beteiligt hatte.

TUNIS: Unter dem Einsatz von Tränengas hat die tunesische Polizei den Platz vor dem Sitz des Ministerpräsidenten in der Hauptstadt geräumt. Seit Tagen harrten dort rund tausend Demonstranten aus, die den Rücktritt aller Kabinettsmitglieder aus der alten Ära des geflohenen Präsidenten Ben Ali verlangten. Anders als bei früheren Protesten gelang es der Polizei, die Belagerung aufzulösen. Der Chef der Übergangsregierung, Ghannouchi, hatte am Vortag wichtige Vertreter der alten Garde durch unabhängige Minister ersetzt.

TIRANA: Mit einem Trauermarsch haben Zehntausende Menschen in der albanischen Hauptstadt der drei Demonstranten gedacht, die vergangene Woche bei gewaltsamen Zusammenstößen mit der Polizei erschossen worden waren. Bei der von der sozialistischen Opposition organisierten Gedenkkundgebung in Tirana verlangten sie den Rücktritt von Ministerpräsident Berisha und Neuwahlen. Wochenlang hatte es Spannungen wegen des umstrittenen Ausgangs der Parlamentswahlen gegeben. Weiter angeheizt wurde die Lage durch einen Korruptionsskandal.

BERLIN: Die Besatzung des in die Kritik geratenen Marine-Schulschiffs "Gorch Fock" hat nach Berichten mehrerer Medien in einem offenen Brief an Verteidigungsminister zu Guttenberg fehlenden Rückhalt in der Bundeswehr beklagt. Die Stammcrew fühle sich allein gelassen. Die Absetzung von Kapitän Schatz durch Guttenberg sei eine "Abservierung", heißt es in dem Schreiben. Auf der derzeit vor Argentinien ankernden "Gorch Fock" sollen Offiziersanwärter drangsaliert worden sein.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Locker bewölkt und sonnig. Höchstwerte zwischen minus fünf Grad an der Donau und plus drei Grad am Niederrhein.

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