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Nachrichten

Langsam gesprochene Nachrichten – 28.01.2011

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Freitag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KAIRO: In Ägypten sind im Vorfeld neuerlicher Massenproteste gegen die jahrzehntelange Regierung von Staatschef Mubarak zahlreiche Oppositionelle festgenommen worden. Wie der arabische Nachrichtensender Al Dschasira berichtet, sind darunter auch führende Vertreter der oppositionellen Muslimbruderschaft. Diese hatte ihre Anhänger aufgerufen, sich nach dem Freitagsgebet an Demonstrationen zu beteiligen. Auch die Christen sollten nach dem Kirchgang auf die Straße gehen. Der Reformpolitiker und frühere Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde, el Baradei, hat seine Teilnahme angekündigt und sich als Chef einer Übergangsregierung angeboten. Nach amerikanischen Informationen sind in Ägypten inzwischen viele Internet-Dienste massiv gestört oder vollständig blockiert. Polizeieinheiten besetzten in Kairo und anderen Städten strategisch wichtige Plätze. Seit Beginn der Proteste gab es mindestens sieben Tote.

BERLIN: Bundesaußenminister Westerwelle hat die ägyptische Regierung erneut zum Verzicht auf Gewalt gegen Demonstranten aufgerufen. Die Demonstrationsfreiheit müsse geachtet werden, sagte Westerwelle im Zweiten Deutschen Fernsehen. US-Präsident Obama forderte seinen ägyptischen Kollegen Mubarak zu politischen und wirtschaftlichen Reformen auf. In einem Interview mit dem Videoportal Youtube sagte Obama weiter, Mubarak sei ein enger Verbündeter und Partner im Nahost-Friedensprozess.

KÖLN: Der tunesische Oppositionspolitiker Marzouki erwartet nach dem erfolgreichen Volksaufstand in seiner Heimat einen Frühling der Demokratie im Nahen Osten mit der Ablösung weiterer autoritärer Regierungen. Auch der ägyptische Präsident Mubarak werde fallen, sagte Marzouki dem Deutschlandfunk in Köln. Die Entwicklung strafe alle diejenigen in Europa Lügen, die immer behauptet hätten, Demokratie sei nichts für die Araber, erklärte der kürzlich aus dem französischen Exil nach Tunesien zurückgekehrte Menschenrechtsaktivist

BERLIN: Der Bundestag hat einer weiteren Verlängerung des Einsatzes der Bundeswehr in Afghanistan um ein weiteres Jahr zugestimmt. Damit können bis Februar 2012 maximal 5350 deutsche Soldaten als Teil der Internationalen Afghanistan-Schutztruppe ISAF an den Hindukusch entsandt werden. Neben den Abgeordneten der Koalition von CDU/CSU und FDP stimmte auch die SPD-Fraktion mehrheitlich für den entsprechenden Antrag der Bundesregierung. Bei den Grünen überwogen die Enthaltungen, die Linke stimmte mit Nein. Das neue Einsatzmandat enthält erstmals eine Rückzugsperspektive. Wenn es die Sicherheitslage in Afghanistan zulässt, soll Ende dieses Jahres mit dem Abzug der ersten deutschen Soldaten begonnen werden.

DEN HAAG: Ein halbes Jahr nach dem Abzug ihrer Soldaten aus Afghanistan haben die Niederlande einen neuerlichen Einsatz am Hindukusch beschlossen. Zur Ausbildung von Polizisten sollen fast 550 Fachleute und Sicherungskräfte vor allem in der nordafghanischen Provinz Kundus eingesetzt werden. Sie dürfen nicht für militärische Zwecke eingesetzt werden.

BUENOS AIRES: Eine Untersuchungskommission zu den jüngst bekannt gewordenen Vorfällen auf dem Marineschulschiff 'Gorch Fock' hat ihre Arbeit aufgenommen. Das Segelschiff liegt im argentinischen Hafen Ushuaia. - Im November war eine Offiziersanwärterin beim Sturz aus der Takelage der 'Gorch Fock' tödlich verletzt worden. Danach waren schwere Vorwürfe gegen die Schiffsführung und die Stammbesatzung laut geworden.

WARSCHAU: Am 66. Jahrestag der Befreiung des NS-Konzentrationslagers Auschwitz durch die Sowjetarmee ist am Donnerstag weltweit der Millionen Opfer des Holocausts gedacht worden. Bundespräsident Wulff rief dazu auf, die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten wach zu halten. Die Deutschen trügen für sie die historische Verantwortung, die unabhängig sei von individueller Schuld, sagte Wulff in der Gedenkstätte Auschwitz in Polen. In dem größten NS-Vernichtungslager wurden während des 2. Weltkriegs mehr als 1,1 Millionen Menschen ermordet, die meisten von ihnen waren Juden. In der Gedenkstunde des Deutschen Bundestages wurde an den nationalsozialistischen Völkermord an den Sinti und Roma erinnert.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nördlich der Mittelgebirge heiter. Sonst vielfach noch stark bewölkt, aber nur noch geringer Schneefall. Tagestemperaturen minus drei bis plus drei Grad.

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