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Nachrichten

Langsam gesprochene Nachrichten – 23.02.2011

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Mittwoch – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TRIPOLIS: Nach der Androhung einer blutigen Niederschlagung der Proteste in Libyen durch Staatschef Gaddafi bleibt die Lage im Land unübersichtlich. Parlamentspräsident Swei sagte in Tripolis, in den meisten großen Städten sei wieder Ruhe eingekehrt. Libyens UN-Botschafter Dabbaschi warnte hingegen vor der Gefahr eines Völkermords und berichtete von neuer Gewalt im Westen des Landes. Gaddafi hatte seine Anhänger für Mittwoch zu Demonstrationen aufgerufen. In seiner Rede im Staatsfernsehen machte er deutlich, dass er vor einem "Gemetzel" unter der Bevölkerung nicht zurückschrecke. Er werde bis zum "letzten Tropfen" seines Blutes kämpfen, so der libysche Machthaber. Der Weltsicherheitsrat forderte Gaddafi zu einem sofortigen Ende der Gewalt gegen Demonstranten auf. In einer gemeinsamen Erklärung äußerte das höchste UN-Gremium seine "tiefe Besorgnis" über die Lage in dem nordafrikanischen Land.

TRIPOLIS: Angesichts der gefährlichen Lage in Libyen haben zahlreiche Staaten ihre Anstrengungen verstärkt, eigene Staatsbürger aus dem nordafrikanischen Land herauszuholen. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin soll eine weitere Lufthansa-Maschine Ausreiswillige in Tripolis abholen. Auch der erneute Einsatz von zwei Bundeswehrflugzeugen sei geplant. Die Türkei holte in einer ersten Aktion rund 3000 ihrer Staatsbürger mit zwei Fähren aus der libyschen Stadt Bengasi ab. US-Bürger werden nach Angaben der Regierung in Washington zunächst nach Malta gebracht. Tausende Arbeiter aus Indien, China und anderen asiatischen Staaten sollen auf dem Landweg, per Schiff oder mit Flugzeugen aus Libyen evakuiert werden.

MANAMA: Unter dem Druck der Protestbewegung hat Bahrains König Hamad el Chalifa 23 schiitische Oppositionelle begnadigt. In Manama hatten sich am Dienstag erneut zehntausende Demonstranten auf dem "Platz der Perle" versammelt, dem Zentrum der oppositionellen Proteste der vergangenen Tage. Sie forderten erneut den Rücktritt von König Hamad. Die Protestbewegung wird vor allem von der mehrheitlich schiitischen Bevölkerung getragen, die sich durch die sunnitische Herrscherdynastie benachteiligt sieht.

WELLINGTON: Einen Tag nach dem schweren Erdbeben in Neuseeland werden immer noch etwa 300 Menschen vermisst. Viele von ihnen sollen noch in der Stadt Christchurch in den Trümmern eingestürzter Häuser eingeklemmt sein. Nach jüngsten Angaben der Regierung wurden inzwischen 75 Tote geborgen. Ministerpräsident Key sprach von "Tod und Zerstörung in fürchterlichem Ausmaß". Die Regierung rief den nationalen Notstand aus.

BERLIN: Verteidigungsminister zu Guttenberg wird sich an diesem Mittwoch erstmals im Bundestag zu der Affäre um seine Doktorarbeit äußern. Der CSU-Politiker hatte Plagiatsvorwürfe zunächst als abstrus zurückgewiesen. Am Montag räumte Guttenberg dann gravierende Fehler in seiner Dissertation ein und erklärte seinen Verzicht auf den Doktortitel. Bundeskanzlerin Merkel und die Unions-Fraktion stellten sich hinter Guttenberg. Die Opposition legte ihm den Rücktritt nahe.

ATHEN: In Griechenland finden erneut landesweite Streiks gegen das harte Sparprogramm und die unpopulären Arbeitsmarkt-Reformen der sozialistischen Regierung statt. Im Hafen von Piräus bleiben die Fähren liegen. Auch sämtliche Busse des Nahverkehrs in der Hauptstadt Athen sowie die Eisenbahn stehen still. Zudem wollen die Beamten ihren Arbeitsplätzen fern bleiben. Es ist der elfte landesweite Streik seit Einführung der Sparmaßnahmen vor 13 Monaten. Griechenland hat mehr als 340 Milliarden Euro Schulden und konnte 2010 nur mit Hilfe der EU und des Internationalen Währungsfonds vor einem Bankrott gerettet werden.

FRANKFURT AM MAIN: Die teilverstaatlichte Commerzbank will in diesem Jahr einen Teil der 16 Milliarden Euro zurückzahlen, mit der die Bundesregierung das Geldhaus in der Finanzkrise gerettet hat. Dies kündigte Commerzbank-Chef Blessing in Frankfurt am Main an. Im vergangenen Jahr hat die Commerzbank nach eigenen Angaben einen Überschuss von 1,4 Milliarden Euro erwirtschaftet und damit die Trendwende geschafft. 2009 hatte es noch einen Verlust von 4,5 Milliarden Euro gegeben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Osthälfte häufig Sonnenschein. Im Westen im Tagesverlauf aufziehende Bewölkung mit Schnee und Regen. Tagestemperaturen zwischen minus 6 Grad Celsius an der Oder und plus fünf Grad am Rhein.

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