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Nachrichten

Langsam gesprochene Nachrichten – 22.02.2011

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Dienstag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TRIPOLIS: Libyens Machthaber Gaddafi hat sich erstmals seit Beginn der regimefeindlichen Unruhen öffentlich zu Wort gemeldet. Im staatlichen Fernsehen erklärte der 68-Jährige - offensichtlich auf Gerüchte reagierend, er habe sich aus dem Land abgesetzt - er sei in Tripolis und nicht in Venezuela. Bei dem skurril wirkenden TV-Auftritt saß Gaddafi in einem Auto und hielt einen Regenschirm aus der geöffneten Wagentür. - Nach Medienberichten geht das Regime weiter mit äußerster Gewalt gegen die Opposition vor. Der arabische Sender Al Dschasira berichtete, Kampfflugzeuge hätten in Tripolis unbewaffnete Demonstranten angegriffen. Allein am Montag hätten Armee und Polizei mehr als 150 Menschen getötet. Der Sender Al Arabija meldete, eine Gruppe von libyschen Offizieren habe die Armee aufgerufen, sich auf die Seite des Volkes zu stellen und Gaddafi zu entmachten.

BERLIN: Bundesaußenminister Westerwelle hat den libyschen Machthaber Gaddafi zum Abdanken aufgefordert. Eine Herrscherfamilie, die das eigene Volk mit Bürgerkrieg bedrohe, sei am Ende, sagte Westerwelle im Zweiten Deutschen Fernsehen. - Auch die USA und andere Staaten übten massive Kritik am Einsatz von Gewalt gegen die Opposition in Libyen. UN-Generalsekretär Ban kündigte für diesen Dienstag eine Sondersitzung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen an. Auch die Arabische Liga will zu einer Dringlichkeitssitzung zusammentreffen. - Nach Angaben Westerwelles sitzen noch rund 400 Deutsche in Libyen fest. Es seien logistische Vorbereitungen getroffen, sie auszufliegen, sagte der Außenminister.

KAIRO: Zwei iranische Kriegsschiffe sind in den Suez-Kanal eingefahren. Es seien eine Fregatte und ein Versorgungsschiff Richtung Mittelmeer mit dem Ziel Syrien unterwegs, teilte ein Vertreter der Kanalverwaltung mit. Die ägyptische Regierung hatte die Passage genehmigt. Israel hält die Durchfahrt der beiden Kriegsschiffe für eine "Provokation". Es ist die erste Passage von iranischen Kriegsschiffen durch den Suez-Kanal seit dem Sieg der islamischen Revolution in dem Land 1979.

MANAMA: Der bahrainische König al-Chalifa hat nach den Protesten in dem Golfstaat eine Freilassung verhafteter Oppositioneller angeordnet. Zudem sollen nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur BNA mehrere Strafverfahren eingestellt werden. Das Königshaus ging damit auf demonstrierende politische Gegner zu. Oppositionsgruppen hatten als Voraussetzung für einen Dialog mit den Machthabern zunächst die Freilassung aller politischen Gefangenen gefordert. - Die Proteste werden vor allem von unzufriedenen Schiiten getragen. Rund zwei Drittel der Bahrainer sind Schiiten, das Königshaus und die Regierung sind hingegen sunnitisch.

WELLINGTON: Bei einem schweren Erdbeben in Neuseeland sind mindestens 65 Menschen ums Leben gekommen. Das Beben der Stärke 6,3 erschütterte die zweitgrößte Stadt des Landes, Christchurch, in der Mittagszeit, als Büro- und Kaufhäuser sowie Restaurants und Cafés voll besetzt waren. Zahlreiche Häuser stürzten ein, darunter auch die Kathedrale in der Innenstadt. An mehreren Stellen brach Feuer aus.

BERLIN: Bundeskanzlerin Merkel hat sich in der Affäre um die Dissertation von Verteidigungsminister zu Guttenberg erneut hinter den CSU-Politiker gestellt. Regierungssprecher Seibert sagte in Berlin, Merkel finde Guttenbergs Entscheidung richtig, auf den Doktortitel zu verzichten. Der Minister hatte am Montag erklärt, bei nochmaliger Durchsicht seiner Dissertation habe er gravierende handwerkliche Fehler festgestellt, die mit wissenschaftlichen Arbeiten nicht zu vereinbaren seien. Nach Angaben der Universität Bayreuth hat Guttenberg darum gebeten, den ihm verliehenen Doktor-Titel zurückzunehmen. Guttenberg wird vorgeworfen, in seiner Doktorarbeit bei anderen Autoren abgeschrieben zu haben.

BERLIN: Mit einem zweistündigen Warnstreik haben die Lokführer bei der Deutschen Bahn und deren privaten Konkurrenten ihre Forderung nach einem einheitlichen Tarifvertrag untermauert. Nach Angaben der Bahn kam es im Nah-, Regional- und Fernverkehr zu erheblichen Beeinträchtigungen. Zu den Arbeitsniederlegungen hatte die Lokführer-Gewerkschaft GDL aufgerufen. Sie vertritt nach eigenen Angaben die meisten der etwa 26.000 Lokführer in Deutschland.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Ganz im Süden meist wolkig. Nach Norden und Osten hin neben lockeren Wolkenfeldern auch längere Zeit sonnig. Tagestemperaturen zwischen minus sieben und plus drei Grad Celsius.

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