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Nachrichten

Langsam gesprochene Nachrichten – 20.02.2011

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von (aktueller Wochentag) - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TRIPOLIS: In der arabischen Welt erfasst die Welle der Proteste immer mehr Staaten. Kundgebungen für mehr Demokratie gibt es inzwischen von Algerien über Libyen, den Jemen, Bahrain, Oman und Kuwait bis nach Dschibuti. Besonders dramatisch ist die Lage in Libyen, wo seit 1969 Machthaber al-Gaddafi regiert. Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira spricht von mindestens 120 Toten in Libyen. In Bengasi, der zweitgrößten Stadt des Landes, sollen Scharfschützen gezielt Demonstranten getötet haben. Auch Panzerfäuste sollen eingesetzt worden sein. Augenzeugen sprachen von einem Massaker. Auch an diesem Sonntag versammelten sich hunderte Libyer nach Augenzeugenberichten zu neuen Protesten vor einem Gerichtsgebäude in Bengasi.

BRÜSSEL: Um den Flüchtlingsstrom aus Tunesien und anderen Staaten Nordafrikas besser bewältigen zu können, erhält Italien jetzt Hilfe durch die europäische Grenzschutzagentur Frontex. Die Frontex-Mission startet offiziell an diesem Sonntag. Etwa 30 Beamte, ein Flugzeug und mehrere Schiffe sollen in der Region patrouillieren. In den vergangenen Tagen sind auf der süditalienischen Insel Lampedusa über 5.500 Tunesier in Flüchtlingsbooten eingetroffen. Italien hatte Brüssel Anfang der Woche um Hilfe gebeten.

PEKING: Chinesische Internetnutzer haben für diesen Sonntag zu Protesten gegen die Regierung in Peking aufgerufen. Nach dem Vorbild der sogenannten "Jasmin Revolution" in Tunesien sollten unzufriedene Bürger in mehreren chinesischen Städten gegen die Herrschaft der kommunistischen Partei auf die Straße gehen, hieß es in dem Aufruf, der aus dem Umfeld der chinesischen Exilgruppen stammen soll. Die Sicherheitskräfte versuchten, mögliche Proteste im Keim zu ersticken. So erhöhte die Polizei ihre Präsenz auf den Straßen, nahm einige Aktivisten fest und zensierte Aufrufe zu einer "Jasmin-Revolution" im Internet.

HAMBURG: Rund 1,3 Millionen Hamburger sind an diesem Sonntag zur Wahl eines neuen Landesparlaments aufgerufen. Nach dem Bruch der Koalition von CDU und Grünen erwarten Meinungsforscher einen klaren Sieg der SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Scholz. Der CDU unter Bürgermeister Ahlhaus droht dagegen das schlechteste Ergebnis seit Kriegsende. Sollte Scholz mit seiner SPD eine absolute Mehrheit verpassen, will er zusammen mit den Grünen regieren. Die Bürgerschaftswahl in Hamburg ist die erste von sieben Landtagswahlen in diesem Jahr.

BERLIN: Die beiden im Iran freigelassenen Reporter der "Bild am Sonntag" sind wieder in Deutschland. Außenminister Westerwelle war eigens nach Teheran geflogen, um die Journalisten mit einem Regierungsflugzeug zurück zu holen. Bundeskanzlerin Merkel zeigte sich erleichtert. Sie und Westerwelle dankten allen, die an der Lösung mitgewirkt hätten. In Teheran sprach Westerwelle mit Präsident Ahmadinedschad und Außenminister Salehi. Salehi sagte, Ziel des Treffens sei eine Vertiefung der bilateralen Beziehungen gewesen. Es war der erste Iran-Besuch eines deutschen Außenministers seit sieben Jahren. Die beiden Reporter hatten vier Monate im Gefängnis gesessen. Sie waren im Oktober 2010 festgenommen worden, als sie den Sohn einer Frau interviewten, die wegen Ehebruchs zum Tode verurteilt worden war.

BERLIN: Bei der Bundeswehr zeichnen sich mit der geplanten Aussetzung der Wehrpflicht dramatische Nachwuchsprobleme ab. Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Freers, weist in einem Schreiben darauf hin, dass sich bei der größten Teilstreitkraft der Bundeswehr, dem Heer, zum 1. April nur 433 Freiwillige zum Dienst an der Waffe verpflichtet hätten. Es müssten aber rund 2000 Soldaten pro Quartal sein, um den Personalbedarf zu decken, zitiert das Magazin "Der Spiegel" aus dem Brief. Freers hält damit auch das Engagement der Deutschen in Afghanistan für gefährdet. Die Bereitstellung der Einsatzkontingente werde schon 2012 nicht mehr im heutigen Umfang möglich sein, erklärte er. - Die Wehrpflicht in Deutschland soll zum 1. Juli 2011 ausgesetzt werden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Südwesthälfte etwas Regen. Sonst heiter oder wechselnd bewölkt. Höchstwerte minus vier bis plus neun Grad. Am Vormittag meldeten: Hamburg: - 4 Grad, heiter; Berlin: - 5 Grad, stark bewölkt; Dresden: - 7 Grad, leichter Schneefall; Köln/Bonn: + 1 Grad, bedeckt; Frankfurt am Main: 0 Grad, bedeckt und München: 0 Grad, Nebel.

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