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Nachrichten

Langsam gesprochene Nachrichten – 17.01.2011

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Montag – als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

TUNIS: In Tunesien herrscht gespannte Erwartung: Eine Übergangsregierung aus Oppositionspolitikern und unabhängigen Kandidaten soll an diesem Montag vorgestellt werden. Am Sonntagabend sagte Ministerpräsident Ghannouchi, die geplante Regierung der nationalen Einheit werde ein neues Kapitel in der Geschichte des Landes schreiben. Es gibt drei legale Oppositionsparteien, die er ins Kabinett aufnehmen könnte. Den Auftrag zur Regierungsbildung hatte er von Interimspräsident Mebaaza erhalten. In Tunis wird am Vormittag zudem mit einer neuen Demonstration vor dem Sitz der bisherigen Regierungspartei RCD gerechnet. In der Nacht zu Montag blieb es im Stadtzentrum anscheinend ruhig.

JERUSALEM: Die israelische Arbeitspartei hat sich gespalten. Der Verteidigungsminister und bisherige Parteichef Barak scheidet aus der sozialdemokratischen Partei aus. Der 68-Jährige sagte in Jerusalem, er wolle mit vier Abgeordneten eine neue Partei mit dem Namen Azmaut (Unabhängigkeit) gründen. Die Partei werde in der politischen Mitte angesiedelt, zionistisch und demokratisch sein. Die Fraktion der Arbeitspartei umfasst damit nur noch acht Abgeordnete. Der Minderheitenminister Braverman, der dem linken Parteiflügel angehört, sagte, man habe Barak ein Ultimatum gestellt: Die Arbeitspartei müsse entweder wieder direkte Gespräche mit den Palästinensern aufnehmen oder aus der Regierung ausscheiden. Barak habe sich entschieden, in der Koalition mit Regierungschef Netanjahu zu bleiben.

PORT-AU-PRINCE: Nach rund 25 Jahren im französischen Exil ist Haitis Ex-Diktator Duvalier überraschend heimgekehrt. Duvalier sagte, er sei gekommen, um zu helfen, die Folgen des schweren Erdbebens von 2010 zu überwinden. In dem Karibikstaat herrscht nach der Präsidentenwahl ein politisches Vakuum. - Jean-Claude Duvalier alias "Baby Doc" wurde 1986 durch einen Volksaufstand gestürzt und flüchtete nach Frankreich. Er wird für den Tod tausender Menschen verantwortlich gemacht.

BERLIN: Bundesfinanzminister Schäuble hat die Haltung der Bundesregierung gegen eine rasche Aufstockung des Euro-Rettungsschirms nochmals bekräftigt. Der Minister erklärte, derzeit gebe es keinen Handlungsbedarf. Im Deutschlandfunk warnte er zugleich vor einer aufgeregten Debatte, die nur zur Verunsicherung der Märkte führe. Es komme vielmehr darauf an, die Regeln des Stabilitätspakts anzuwenden: Die Länder müssten ihre Defizite reduzieren, die Wettbewerbsfähigkeit müsse verstärkt werden. Die Finanzminister der 17 Euro-Länder kommen an diesem Montag in Brüssel zusammen, um über eine mögliche Verstärkung des Rettungsschirms für hoch verschuldete Mitgliedsstaaten zu beraten.

BERLIN: Bundeskanzlerin Merkel (CDU) hat sich in den politischen Streit um Dioxin in Eiern und Fleisch eingeschaltet. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, sprach Merkel mit Landwirtschaftsministerin Aigner (CSU) und dem niedersächsischen CDU-Ministerpräsidenten McAllister. Aigner habe inzwischen ihre Forderung nach personellen Konsequenzen in Niedersachsen zurückgenommen, hieß es. Aigner hatte sich geärgert, weil sie ihrer Meinung nach zu spät über einen neuen Dioxin-Fall in Niedersachsen informiert worden war. Ein Ende des Skandals um Dioxin in Tierfutter ist nicht in Sicht. Bundesweit sind rund 950 Bauernhöfe noch immer gesperrt.

LOS ANGELES: Der Film "The Social Network" über die Entstehung des Internet-Netzwerks Facebook ist in Hollywood mit vier Golden Globes ausgezeichnet worden. David Finchers Film erhielt unter anderem den Preis für das beste Drama und die beste Regie. Als bester ausländischer Film wurde das dänische Familiendrama "In A Better World" von Susanne Bier geehrt. Die nominierten deutschen Regisseure Florian Henckel von Donnersmarck und Robert Schwentke gingen ebenso leer aus wie der deutsche Komponist Hans Zimmer.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Nach Nebelauflösung vielfach heiter und trocken, im Tagesverlauf von Norden her wolkig und regnerisch. Höchstwerte fünf bis zwölf Grad.

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